23. September 2005

Wir hatten vereinbart, einander um 10:00 Uhr für den Aufbau unseres Messestandes zu treffen. Da ich um 8:30 mit dem Frühstück fertig bin, bleibt mir etwas Zeit für eine kurze Radtour zum Obertrumer See. Etwa 150 Höhenmeter sind zu überwinden, bevor es zum Obertrumer See wieder hinunter geht. Kurz vor Mattsee kehre ich um.
Strecke: Lengfelden – Elixhausen – Obertrum – Mattsee – Obertrum – Elixhausen – Lengfelden – Bergheim – Lengfelden
Distanz: 34 km
Fahrrad: Batavus
22. September 2005

Die jährliche Fahrradhändler-Messe in Bergheim bei Salzburg, bei der wir als Aussteller vertreten sind, nehme ich zum Anlass für eine flotte Tagestour mit wenig Gepäck. Zunächst fahre ich mit dem Rad von Baden zum Wiener Westbahnhof. Danach mit dem Eurocity “Tiroler Festspiele Erl” bis Wels, den Rest der Strecke wieder mit dem Fahrrad. Kurz nach 15:30 Uhr starte ich in Wels. Bis Lambach gibt es keine sinnvolle Alternative zur B1. Der Verkehr ist sehr stark, aber es sind weniger als zwanzig Kilometer. In Lambach verlasse ich die B1 Richtung Gmunden. Der Traunsee ist der erste der vielen Seen, an denen ich heute vorbei komme. In Altmünster nehme ich die Abzweigung Richtung Steinbach am Attersee. Diese Verbindungsstrecke zwischen den beiden großen Seen kannte ich vorher noch nicht. Mit Steigungen bis 12% geht es bis etwa 800 Meter Seehöhe hinauf. Kurz vor dem höchsten Punkt kommt man am Taferlklaussee vorbei. Die folgende Abfahrt ist trotz ihrer Kürze sehr nett. Ich erreiche im Rollen 81 km/h. Nach einer weiteren kurzen Steigung geht es hinunter zum Attersee. Langsam beginnt es zu dämmern. Den Mondsee im Mondschein zu sehen, bleibt mir verwehrt. Es ist zwar fast schon finster, aber der Mond ist nicht zu sehen. Über die Scharflinger Höhe (600m) geht es zum Wolfgangsee, den ich nur kurz sehe und links liegen lasse. Bis zum Fuschlsee geht es noch bergauf, danach fast nur noch bergab Richtung Salzburg. Um ca. 22:30 Uhr treffe ich am Ziel ein.
Strecke: Baden – Wien Westbahnhof; Wels – Gunskirchen – Lambach – Stadl-Paura – Roitham – Laakirchen – Gmunden – Altmünster – Neukirchen bei Altmünster – Steinbach am Attersee – Weißenbach am Attersee – Unterach am Attersee – Scharfling – St. Gilgen – Fuschl am See – Hof – Salzburg – Mayrwies – Bergheim – Lengfelden
Distanz: 166 km
Fahrrad: Batavus
12. September 2005

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Innenstadt von Glurns begebe ich mich auf die Steigung zum Reschenpass. In Mals gerate ich irrtümlich auf die ausgeschilderte Radroutenführung und sammle unnötige Höhenmeter. In Burgeis fahre ich daher auf die Bundesstraße, die relativ gleichmäßig ansteigt. Die Radroute sei jenen Radfahrern empfohlen, die um jeden Preis das Fahren im Verkehr vermeiden wollen und dafür gerne eine teilweise nicht asphaltierte Berg- und Talbahn in Kauf nehmen. Zumindest heute zähle ich mich nicht zu jener Gruppe. Bei Graun sieht man den alten romanischen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert im Reschensee stehen. Er ist ein Mahnmal für die rücksichtslose Enteignung bei der Aufstauung des Sees in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Mehr Informationen dazu stehen in einem Artikel des Vinschgers. Über den Reschenpass geht es wieder nach Österreich. Die Abfahrt bis Pfunds ermöglicht zwar keine sehr hohen Geschwindigkeiten, aber ich bewege mich meist zwischen 40 und 60 km/h. Ab Pfunds ist die B180 völlig unverständlicherweise als Autostraße beschildert. Radfahrer werden auf eine Nebenstraße die Talflanke hinauf geschickt. Ich möchte eigentlich nur so schnell wie möglich nach Landeck und empfinde die Beschilderung als reine Pflanzerei. Ein objektiver Grund ist für mich nicht erkennbar. Bei der ersten legalen Möglichkeit fahre ich wieder auf die B180. In Landeck habe ich etwa eineinhalb Stunden Zeit bis zur Abfahrt des nächsten durchgehenden Zuges nach Wien. Aufgrund der Arlbergsperre beginnt der Zuglauf hier in Landeck und ich habe viel Zeit für das Einladen von Rad und Gepäck. Den Großteil der Bahnfahrt verbringe ich mit Zeitung lesen bzw. im Speisewagen. Gegen Mitternacht steige ich in St. Pölten aus. Ob ich die 25 km von Wien oder die 65 km von St. Pölten bis Baden mit dem Rad fahre, ist kein so großer Unterschied und von St. Pölten ist die Strecke schöner und die Bahnfahrt kürzer. Die Strecke von St. Pölten bis Baden kenne ich ganz gut und bin sie auch schon mehrfach nachts gefahren. Bis Böheimkirchen habe ich zunächst Rückenwind. Aus mir unbekannten Gründen ändert sich bei Böheimkirchen meist die Windrichtung. So auch diesmal. Also ab Böheimkirchen wieder einmal Gegenwind. Die Strecke führt mäßig auf und ab durch den Wienerwald. Nach Stössing kommt eine längere Steigung bis zum “Gasthaus zur frischen Luft”. Es folgt die Abfahrt bis Laaben und dann die 3 km lange Steigung mit ca. 200 Höhenmetern bis zum Forsthof. Danach geht es bis Baden zunächst stark und danach leicht bergab. Gegen 3:30 Uhr komme ich zu Hause an und beschließe diese alles in allem recht erfreuliche Radreise.
Strecke: Glurns (907) – Mals im Vinschgau (1051) – Schleis (1064) – Burgeis (1216) – St. Valentin auf der Haide (1470) – Graun im Vinschgau (1520) – Reschen (1525) – Reschenpass (1504) – Nauders (1365) – Pfunds (970) – Ried im Oberinntal – Prutz – Fließ – Landeck, sowie nach Bahnfahrt: St. Pölten (275) – Böheimkirchen – Kasten – Laaben (~350) – Forsthof (550) – Klausen-Leopoldsdorf – Alland – Mayerling – Sattelbach – Baden (230)
Distanz: 147 km
Höhenmeter: 900
11. September 2005

Heute Morgen ist es noch stärker bewölkt, als an den Tagen zuvor. Noch während ich das Zelt abbaue, beginnt es zu regnen. Sowohl ein Campinggast, mit dem ich mich mit meinen spärlichen Italienisch-Kentnissen unterhalte, als auch der Wirt halten es für keine besonders gute Idee, heute auf das Stilfser Joch zu fahren. Die Wettervorhersage ist nicht sehr gut. Ich trinke einen Kaffee und warte, bis der Regen aufhört. Als es schließlich soweit ist, fahre ich los. Kurze Zeit später beginnt es wieder zu regnen. Bis Bormio bin ich einigermaßen nass. Ich kehre auf einen Cappuccino ein und der Regen hört bald wieder auf. Darauf beschließe ich, Richtung Stilfser Joch loszufahren und nötigenfalls noch ein paar regenbedingte Pausen einzulegen bzw. wenn nötig auch auf halber Höhe zu übernachten. Es gibt keinen anderen Weg zurück nach Österreich, der nicht ein ziemlich großer Umweg wäre. Immer wieder benötige ich während der Bergfahrt meine Pausen, versuche aber, sie möglichst kurz zu halten und stetig an Höhe zu gewinnen. Ohne neuerlichen Regen komme ich bis auf knapp über 2000m. Zwei Kehren vor einem mit “Bar”, “Zimmer frei” und “Nationalpark” beschilderten Haus beginnt es stärker zu regnen. Dort hätte ich ohnehin einkehren wollen, also mache ich das auch. Die einzige angebotene warme Speise ist Toast. Der Regen hört bald wieder auf und ich mache mich auf die letzten zehn Kilometer bzw. 650 Höhenmeter bis zum Passo dello Stelvio. Ab 2400m wird es relativ flach. Hier gibt es sehr viele Murmeltiere. Von rechts und links höre ich sie pfeifen. Ich erreiche die Abzweigung zum Umbrailpass und in die Schweiz. Da es nicht regnet und auch nicht so aussieht, als würde es gleich wieder beginnen und ich die paar Minuten Zeit habe, fahre ich auf den Umbrailpass und mache ein paar Fotos. Dann geht es die paar Meter wieder hinunter und weiter Richtung Stilfser Joch. Kurzzeitig kommt sogar die Sonne heraus. Vor der Passhöhe kommt noch eine Gruppe von zehn Kehren. Etwas mehr als fünf Stunden nach der Abfahrt in Bormio erreiche ich das Stilfser Joch. Nach dem Anziehen warmer Kleidung spaziere ich ein paar Minuten auf der Passhöhe herum. Ich besichtige das Fausto-Coppi-Denkmal und die Kapelle. Den Zirkus mit den Souvenierständen kenne ich schon. Danach verlasse ich die Lombardei endgültig und beginne die Abfahrt mit 48 Kehren auf der nebeligen südtiroler Seite. Leider ist der Belag sehr schlecht, sodass ich vor den Kehren auf 15 bis 20 km/h abbremsen muss. Beim Schild zum Campingplatz in Trafoi überlege ich kurz, setze aber die Abfahrt fort, da ich noch heute so weit wie möglich hinunter will. In Spondinig biege ich links Richtung Reschenpass ab. Etwas später bemerke ich in Schluderns die Beschilderung zum Campingplatz in Glurns und entscheide spontan, dort hin zu fahren. Es ist ein Viersterncampingplatz, der auf mich sehr nobel und etwas versnobt wirkt. Nie vorher sah ich einen Campingplatz mit Hundedusche.
Strecke: Valdisotto (1141) – Bormio (1225) – Umbrailpass (2504) – Passo dello Stelvio (2758) – Trafoi (1543) – Gomagoi (1260) – Prad am Stilfser Joch (915) – Spondinig – Schluderns (921) – Glurns (907)
Distanz: 63 km
Höhenmeter: 1800
10. September 2005

Da der Gaviapass eines der Hauptziele dieser Tour ist und es mir auf einen Tag nicht ankommt, versuche ich noch einmal, die Passhöhe zu erreichen, ohne im starken Regen fahren zu müssen. Das Wetter sieht zwar nicht viel anders aus als am Vortag, aber es kann ja nicht viel mehr passieren, als dass ich wieder umdrehen muss. Ich bin schneller als gestern und versuche, die Pausen auf ein Minimum zu reduzieren. Ein flotterer Rennradfahrer überholt mich. Zwei weitere schließen auf, als ich eine Pause zum Fotografieren mache. Beide haben aerodynamische Carbonrahmen und Systemlaufräder. Danach fahren sie aber so erbärmlich langsam, dass ich beschließe, sie wieder abzuhängen. Bei dem einen ist das bald erledigt, mit dem anderen liefere ich mir eine Zeit lang ein “Duell”, bis er schließlich auf seinen Kollegen wartet. Sie sind anscheinend ziemlich am Limit mit ihren Übersetzungen. Da lobe ich mir mein drittes Kettenblatt. Wir sind gerade im steilsten Stück, das ist vermutlich jenes, das in der Karte mit 16% angegeben ist. Neben der Straße gibt es keine Steigungsangaben. Das letzte Stück oben beim Lago Bianco ist dann deutlich flacher. Ich komme ohne Regen bis zur Passhöhe auf über 2600 m. Die genaue Höhe ist strittig. Oben stehen mehrere Schilder, die von 2621 bis 2652 differieren. Meine Zeit für die Bergfahrt von Valdisotto bis auf den Gaviapass beträgt dreieinhalb Stunden. Oben sind einige Rad- und mehrere Motorradfahrer. Dafür, dass eigentlich Wochenende ist, ist aber eher wenig los. Es ist halt doch schon Nebensaison und das Wetter ist auch nicht so besonders gut. Nach einer kurzen Pause mit Cappuccino und Tiramisu fahre ich wieder hinunter. Kurz nach meiner Rückkehr zum Campingplatz in Valdisotto beginnt es wieder zu regnen.
Strecke: Valdisotto (1141) – Bormio (1225) – Santa Caterina Valfurva (1736) – Passo di Gavia (2621) – gleiche Strecke retour
Distanz: 65 km
Höhenmeter: 1600
9. September 2005

Das Zelt und der Großteil des Gepäcks bleiben vorerst in Valdisotto. Das Wetter ist leider nicht mehr so gut. Nachts hat es geregnet, auch tagsüber ist es bewölkt und jederzeit ist mit Regen zu rechnen. Trotzdem versuche ich, auf den Gaviapass zu fahren. In Santa Caterina Valfurva beginnt es zu tröpfeln. Ich möchte ohnehin gerade Mittagspause machen. Nach der Pause tröpfelt es noch immer, der Regen wird aber bald stärker. Da ich oberhalb von 2000 m sehr ungern bei Regen fahre (insbesondere bergauf), stelle ich mich unter und warte, bis der Regen wieder aufhört. Danach kann ich wieder eine Zeit lang fahren bis wieder Regen einsetzt. Dieser hört auch nach längerer Wartezeit nicht auf, worauf ich beschließe, umzudrehen. Mein Wendepunkt liegt auf ca. 2100 m. Bei dem Wetter hatte ich keine Lust, auf über 2600 m hinauf und wieder hinunter zu fahren. Es regnet die gesamte Strecke bis zurück zum Campingplatz und auch danach noch mehrere Stunden lang. Ich verstehe nun, warum man den Gaviapass als einen der schönsten der Alpen bezeichnet, auch wenn ich nur einen Teil davon gesehen habe. Oberhalb von Santa Caterina Valfurva ist recht wenig Verkehr. Die Straße ist eher eng und der Belag nicht besonders gut, aber die Landschaft rundherum ist sehenswert. Hierher werde ich sicher wieder kommen.
Strecke: Valdisotto (~1150) – Bormio (1225) – Santa Caterina Valfurva (1736) – Umkehrpunkt auf ca. 2100 – gleiche Strecke retour
Distanz: 51 km
Höhenmeter: 1095
8. September 2005

Der Tag beginnt mit der Steigung auf den Berninapass. Der nächste Campingplatz, zu dem ich gestern noch fahren wollte, ist etwa 7 Kilometer von dem in Samedan entfernt und liegt 100 bis 150 Meter höher. Das hätte ich gestern noch geschafft, aber es wäre mir ein Teil der Schönheit des Val Bernina wegen der Dunkelheit entgangen. Auch die Rhätische Bahn fährt über den Berninapass. Sie quert etwas unterhalb der Passhöhe auf ca. 2200 m. Anscheinend erreicht sie diese Höhe ausschließlich mit Reibung. Jedenfalls sehe ich auf den Streckenteilen, die parallel zur Straße führen, keine Zahnstangen. Schwerverkehr gibt es auch hier. Knapp unter der Passhöhe wird beim Lago Bianco Kies bzw. Schotter abgebaut. Die Gipfel sind mit Wolken verhangen, trotzdem sieht man Teile des Morteratschgletschers. Die Abfahrt ist kurz, nach einigen Kehren kommt die Abzweigung nach Livigno. Der Tiefpunkt zwischen den beiden Pässen liegt auf ca. 2000m. Die Straße auf den Forcola di Livigno ist enger und in schlechterem Zustand als die auf den Bernina. Das gesamte Livigno-Hochtal ist Zollausschlussgebiet. Es gibt eine (schweizer?) Grenzstation direkt nach der Abzweigung und je eine (italienische?) auf dem Forcola di Livigno und dem Passo di Foscagno. Kurz vor der Passhöhe des Forcola di Livigno gibt es eine biologische Straßensperre bestehend aus Schafen. Nach dem Passieren der Grenzstation auf der Passhöhe geht es hinunter nach Livigno. Ich sehe mir den Ort an, kaufe im “Supermarkt” ein und lasse die Benzinflasche meines Kochers betanken. Dann geht es weiter Richtung Passo d’ Eira. Der ist allerdings praktisch nirgends angeschrieben. Die Wegweisung geht nach Bormio bzw. auf den Passo di Foscagno. Auch auf dem Eirapass selbst gibt es nicht einmal eine richtige Tafel. Er wird nur auf einer Parkplatztafel und einem Busstationsschild erwähnt. Der Tiefpunkt nach der folgenden Abfahrt liegt wieder auf ca. 2000m. Die letzten 300 Höhenmeter auf den Foscagno sind schon etwas mühsam. Um ca. 19:00 bin ich auf der Passhöhe. Der Lohn für die Anstrengungen des Tages ist die Abfahrt mit 1100m Höhendifferenz bis Valdisotto.
Strecke: Samedan (~1700) – Berninapass (2330) – la Motta (~2000) – Forcola di Livigno (2315) – Livigno (1805) – Passo d’ Eira (2210) – Trepalle (~2000) – Passo di Foscagno (2291) – Valdidentro – Bormio (1225) – Valdisotto (~1150)
Distanz: 89 km
Höhenmeter: 1500
7. September 2005

Da ich gestern keine Möglichkeit mehr gefunden hatte, Lebensmittel einzukaufen, fehlt mir bald die Energiezufuhr. Bis Bivio muss ich fahren, um ein Restaurant zu finden und bestelle gleich ein Mittagsmenü. Über den Julierpass fährt ziemlich viel Verkehr, auch viel Schwerverkehr. Überholen ist aber kein Problem, da die Straße gut ausgebaut ist. Schließlich erreiche ich die Passhöhe auf 2284 Meter Seehöhe. Oben ist ein kleiner See und einer der anscheinend unvermeidlichen Souvenir-Kiosks. Die Abfahrt nach Silvaplana ist nett, wenn auch kurz im Vergleich zum Anstieg. Unten neben dem See kommt es mir kälter vor als oben auf dem Julierpass. St. Moritz ist schnell erreicht. Dort wimmelt es von Boutiquen, Juwelieren und ähnlichen Luxusartikel-Verkäufern. Ein Lebensmittelgeschäft oder Supermarkt ist aber schwer zu finden. Schließlich gelingt es mir. Nach dem Einkaufen besuche ich eine Pizzeria und genehmige mir ein Calanda Edelbräu. Danach fahre ich noch ein Stück weiter und übernachte auf dem Campingplatz von Samedan, der unmittelbar neben dem Kreisverkehr liegt, an dem die Straßen aus St. Moritz, Samedan und Pontresina aufeinander treffen. Der Capmingplatz liegt auf etwa 1700 m und ist sehr empfehlenswert. Das Wetter ist bis jetzt recht stabil und schön, zum Wochenende soll es aber, vor allem südlich der Alpen, etwas regnerisch werden.
Strecke: Tinizong (~1350) – Mulegns – Marmorera – Bivio – Julierpass (2284) – Silvaplana – St. Moritz – Samedan (~1700)
Distanz: 44 km
Höhenmeter: 1000
6. September 2005

Von Chur geht es weiter Richtung Julierpass. Den Plan, über Lenzerheide zu fahren, habe ich fallen gelassen, um einige Hundert Höhenmeter zu sparen. Die Straße Richtung Thusis ist trotz parallel verlaufender Autobahn sehr stark befahren. Um dem Verkehr zumindest kurzfristig zu entgehen, folge ich einem Fahrrad-Wegweiser. Zunächst sieht der Weg auch recht gut aus (eben, asphaltiert, kein Verkehr). Bald jedoch beginnt Schotter und etwas später wird der Weg zur MTB-Strecke. Steigungen über 10% mit grobem Schotter. Zurückfahren will ich da auch nicht mehr, also kämpfe ich mich die ca. 100 Höhenmeter hinauf, was mir mit einigen Pausen gelingt. In weiterer Folge ist der Weg dann wieder ganz gut befahrbar, wenn auch nicht asphaltiert. Die Aussicht hinunter in das Hinterrheintal entschädigt für die Mühen. Der Weg führt weiter oben an der Talflanke entlang und erst kurz vor Thusis geht es wieder hinunter. Auf der Strecke von Thusis bis Tiefencastel gibt es mehrere Tunnel, wovon der erste für den Radverkehr gesperrt und großräumig zu umfahren ist. Vermutlich gibt es im Tunnel eine größere Steigung. Die weiteren Tunnel sind fast eben und nicht besonders lang und stellen daher kein Problem für den Radverkehr dar. Die Straße führt auf etwa 1000 Meter hinauf, bevor es wieder hinunter nach Tiefencastel geht. Nach dem Abendessen in Tiefencastel fahre ich noch rund 500 Höhenmeter weiter Richtung Julierpass. Bergauf komme ich langsamer vorwärts als erwartet, daher geht sich auch der Julierpass heute nicht mehr aus.
Strecke: Chur (595) – Thusis (713) – Tiefencastel (851) – Savognin – Tinizong (~1350)
Distanz: 55 km
Höhenmeter: 1000
5. September 2005

Nach zwei Tagen auf der Eurobike hat der Urlaub erst richtig begonnen. Am Vormittag habe ich noch etwas in Friedrichshafen zu erledigen, danach fahre ich mit der Fähre über den Bodensee nach Romanshorn in die Schweiz. Meinen ursprünglichen Plan, den Westteil des Bodensees (Überlinger See) zu umrunden und über Konstanz zu fahren, verwerfe ich. Den eingesparten Tag verbringe ich lieber auf einem Alpenpass und bringe das radwegverseuchte Bodenseegebiet möglichst rasch hinter mich. Die Fähre benötigt für die Strecke von Friedrichshafen nach Romanshorn etwa 45 Minuten. Der Fahrpreis beträgt EUR 6,20 für mich und EUR 4,00 für mein Fahrrad. Nach der Überfahrt geht es auf dem Rad weiter Richtung Rorschach. In Staad genehmige ich mir am frühen Nachmittag eine Pizza im Gastgarten des Hotels “Weisses Rössli” direkt am Bodensee. Beim Rheinspitz verwende ich für ein kurzes Stück den Bodenseeradweg, weil ich mir den Flughafen Altenrhein aus der Nähe ansehen will und die Radroutenführung direkt daran vorbeiführt. Später bin ich dann froh, wieder vom Radweg weg zu sein und fahre auf der Straße Nr. 13 über Rheineck, St. Margrethen und Altstätten. Dann zweige ich ab nach Oberriet, fahre bei Meiningen über die Grenze nach Österreich und weiter bis Feldkirch. Nach einem Einkauf und der Erledigung einiger Telefonate zum günstigeren Inlandstarif verlasse ich Österreich wieder Richtung Liechtenstein. Weiter geht es über Schaan, Vaduz und Triesen. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Bei Balzers verlasse ich Liechtenstein und erreiche wieder die Schweiz. Vor mir liegen 250 Höhenmeter hinauf nach St. Luzisteig. Insgeheim hoffe ich, irgenwo auf diesem Berg einen ruhigen Platz zum Aufstellen meines Zeltes zu finden. Der Berg entpuppt sich jedoch als Militär-Anlage. Bei nahezu jeder Abzweigung von der Hauptroute steht eine Fahrverbotstafel. Oben fährt man sogar durch die Kaserne. Die Abfahrt ist großteils Baustelle. Ich fahre weiter über Maienfeld, Igis, Zizers bis Chur, wo sich schließlich ein Campingplatz findet.
Strecke: Neue Messe – Friedrichshafen; Romanshorn – Rorschach – Staad – Altenrhein – Rheineck – St. Margrethen – Altstätten – Oberriet – Meiningen – Feldkirch – Tisis – Schaanwald – Nendeln – Schaan – Vaduz – Triesen – Balzers – St. Luzisteig – Maienfeld – Landquart – Igis – Zizers – Chur.
Distanz: 127 km
Höhenmeter: 725