2. September 2005

Ankunft 2:51 Uhr in Ulm. Da ich auf den Anschlusszug Richtung Friedrichshafen einige Stunden warten hätte müssen, fahre ich gleich mit dem Rad weiter. Aufgrund einer Anfrage in der Newsgroup de.rec.fahrrad weiss ich, dass die B30, die eigentlich die direkteste Verbindung nach Friedrichshafen wäre, eine reine Kraftfahrstraße ist. Daher suche ich mir eine alternative Route, die einerseits gut beschildert und andererseits weit genug von der B30 entfernt ist, um nicht durch auto-zentrierte Wegweisung wieder auf die B30 geschickt zu werden. Radweg-Suchereien mag ich schon tagsüber nicht, bei Dunkelheit verbietet sich das sowieso. Ich wähle die B311 bis Ehingen und anschließend die B465 bis Biberach. Die Strecke ist leicht zu finden und gut befahrbar. Der Schwerverkehrsanteil ist recht hoch, was aber kein Problem darstellt. In der Ferne sehe ich immer wieder Wetterleuchten, höre jedoch keinen Donner. Das Gewitter ist offenbar sehr weit weg. Nach dem Überfahren einer höheren Kuppe kann ich erstmals einzelne Blitze unterscheiden. Die Donner werden auch langsam lauter. Um ca. 5:00 Uhr beginnt es zu regnen. Ich stelle mich unter einer Brücke unter und nachdem der Regen länger nicht nachlässt, baue ich das Zelt auf, um etwas Schlaf nachzuholen. Gedacht hatte ich an zwei bis drei Stunden, aber ich schlafe bis nach Mittag. Mittlerweile scheint die Sonne. Nach Biberach ist die Strecke nicht mehr so geradlinig. Ich fahre über Bad Schussenried, Aulendorf und Altshausen. Ravensburg komme ich näher, als ich eigentlich wollte. Ich gelange über Ailingen zum Messegelände, ohne in das Zentrum von Friedrichshafen fahren zu müssen und bleibe beim temporären Campingplatz hinter dem Parkplatz Ost.
Strecke: Ulm – Erbach – Ehingen – Biberach an der Riß – Ingoldingen – Bad Schussenried – Aulendorf – Altshausen – Horgenzell – Ailingen – Neue Messe (Friedrichshafen)
Distanz: 137 km
Höhenmeter: 675
1. September 2005
Die Reise beginnt mit einer Fahrt nach Wien zum Westbahnhof. Mit dem Rad samt Reisegepäck steige ich ungern um, daher fahre ich lieber mit dem Rad nach Wien. Es herrscht, wie tageszeitlich bedingt zu erwarten, viel Verkehr. Meine Fahrzeit beträgt ca. eine Stunde und 15 Minuten. Schon vor längerer Zeit hatte ich mich für die Fahrt über München und Ulm entschieden, da die ÖBB es seit Jahren nicht schaffen, einen Nachtzug von Wien nach Vorarlberg mit Fahrradmitnahme-Möglichkeit zu führen. Aufgrund der aktuellen Situation mit der Unterbrechung der Arlbergbahn durch Hochwasserschäden wäre es jetzt anders auch nicht sinnvoll möglich gewesen. Die planmäßige Abfahrt des Orientexpress ist um 20:34. Ob der Zug immer so lang ist, weiss ich nicht. Möglicherweise wurde er verlängert, da viele Leute wegen der gesperrten Arlbergstrecke über München fahren. Ich muss zum ersten Waggon, der weit ausserhalb der Bahnsteigüberdachung steht. Der französische Waggon hat ein Abteil ohne Sitze, das für die Fahrräder reserviert ist. Um das Rad in den Waggon hinein zu bringen, muss ich alle Taschen abnehmen, aber Zeit genug habe ich ja. Im gleichen Waggon fährt ein französisch sprechendes Paar mit Fahrrädern. Sie steigen ebenfalls in Ulm aus und wollen nach Donaueschingen. Wir verständigen uns auf Englisch. Während der Zugfahrt bis Ulm schlafe ich nur wenig. Einen Liegewagen hatte ich nicht genommen, da ich vor 3:00 Uhr wieder aussteige.
Distanz: 25km
1. September 2005

Am 1.9. habe ich meine heurige Radreise begonnen. Die Anreise nach Friedrichshafen erfolgt großteils mit der Bahn. Nach der Eurobike soll es in die Schweiz, die Lombardei, sowie nach Süd- und Nordtirol gehen. Auf der Wunschliste steht die Befahrung einiger hoher Alpenpässe. Ob sie auch befahrbar sind, wird in erster Linie vom Wetter abhängen. Sollte ich unterwegs bei Internet-Cafes vorbeikommen, werde ich hier Informationen über meine Reiseroute hinterlassen. Ausführliche Informationen und Fotos gibt es wahrscheinlich erst nach meiner Rückkehr (spätestens Ende September).
Do, 01. September: Baden – Wien West
Fr, 02. September: Ulm – Friedrichshafen
Mo, 05. September: Friedrichshafen – Chur
Di, 06. September: Chur – Tinizong
Mi, 07. September: Tinizong – Samedan
Do, 08. September: Samedan – Valdisotto
Fr, 09. September: Gaviapass, Fehlversuch
Sa, 10. September: Gavia, die Zweite
So, 11. September: Valdisotto – Glurns
Mo, 12. September: Glurns – Landeck und St. Pölten – Baden
Distanz gesamt: 803 km
Höhenmeter bergauf: ca. 10300
Fahrrad: Batavus Randonneur