30. August 2006
Die Strecke beginnt, wie üblich, mit einer Radfahrt von Baden über die Triesterstraße und Altmannsdorfer Allee nach Wien zum Westbahnhof. Leider erreiche ich nicht den ursprünglich geplanten Zug mit Abfahrt um 17:30, was die Sache wieder etwas kompliziert macht. Es wäre der für heute letzte Zug nach Vorarlberg mit Fahrradmitnahme gewesen. Leider schafft es die ÖBB seit vielen Jahren nicht, einen Nachtzug von Wien nach Vorarlberg mit Fahrradmitnahme zu führen. Es gibt zwar täglich zwei Nachtzüge mit Autotransportwagen, die führen aber keine Gepäckwagen mit. Da ich auf der innerösterreichischen Strecke an diesem Tag mit Fahrrad nur noch bis Salzburg kommen würde und eine Verschiebung auf den nächsten Tag nicht in Frage kommt, entscheide ich mich, wie im Vorjahr mit dem Orientexpress bis Ulm zu fahren. Wenn ich am gleichen Tag wenigstens noch bis Innsbruck gekommen wäre, hätte ich am nächsten Tag eine kurze Bergetappe übers Kühtai eingeschoben, aber selbst das ist nicht mehr möglich. Ich überlege, ob ich, wie im Vorjahr, von Ulm bis Friedrichshafen mit dem Fahrrad fahren soll. In der Bahnhofsbuchhandlung halte ich nach geeigneten Landkarten Ausschau. Das Angebot ist jedoch weitgehend unbrauchbar. Auch einen Führer zum Donau-Bodensee-Radweg habe ich kurz in der Hand. Nachdem ich aber lese, dass auf diesem Radweg die Entfernung von Ulm bis Friedrichshafen 177 km beträgt, ist dieser Radweg für mich endgültig völlig indiskutabel (die kürzeste Strecke von Ulm bis Friedrichshafen sind ca. 100 km, meine Route vom Vorjahr waren 137 km). Schließlich fahre ich Rad, um Zielorte zu erreichen und nicht um möglichst große Umwege zu fahren. In Ulm entscheide ich mich, mit der Bahn bis Friedrichshafen zu fahren.
Distanz: 32 km
Fahrrad: Batavus
30. August 2006

Wie in den Jahren zuvor fahre ich auch heuer zur Eurobike nach Friedrichshafen, um Geschäftspartner zu treffen und Produktneuheiten und -änderungen zu sehen. Das Fahrrad nehme ich mit, um vor Ort mobil zu sein und weil ich plane, danach eine Urlaubstour über diverse Alpenpässe zu fahren. Leider sollte es dann anders kommen …
17. August 2006

Nach einer längeren Pause fuhren Peter und ich wieder einmal aufs Hocheck. Für die Anreise wählten wir den Weg über Schwarzensee. Auf dem letzten Stück zwischen Weißenbach und Furth wird gerade der Straßenbelag erneuert. Daher mussten wir mehrere hundert Meter auf Schotter fahren. Auf der Mautstraße aufs Hocheck war ungewöhnlich viel Verkehr. Wir brauchten 53 Minuten vom Schranken bis zum Parkplatz oben. Nach einer Pause und einem kurzen Ausflug auf den Aussichtsturm fuhren wir wieder hinunter. Auf dem nicht asphaltierten Stück der Hocheckmautstraße, wo vor einigen Jahren vom Hochwasser der Straßenbelag weggeschwemmt wurde, war ich einen Moment unaufmerksam und fuhr mit dem Vorderrad gegen einen größeren Stein, was sofort einen Durchschlag des Reifens bis auf die Felge und damit einen “Snakebite” im Schlauch verursachte. Da ich keinen passenden Ersatzschlauch mitgenommen hatte, kam das Flickzeug zum Einsatz. Es war meine erste Reifenpanne seit vielen Jahren. Einen Teil der Baustelle bei Furth konnten wir auf dem Rückweg umfahren. Durch das untere Triestingtal und über die Großauer Höhe fuhren wir wieder nach Hause.
Strecke: Baden – Sooß – Bad Vöslau – Gainfarn – Schwarzensee – Neuhaus – Weißenbach – Furth – Hocheck – Furth – Weißenbach – Pottenstein – Großau – Gainfarn – Bad Vöslau – Sooß – Baden
Distanz: 75 km
Fahrrad: Batavus
15. August 2006

Vor längerer Zeit ist mir ein nahezu unbenutztes Eddy-Merckx-Rad aus den späten Siebzigern oder aus den frühen Achzigern in die Hände gefallen. Ich fand es zu schade zum Wegwerfen. Da mich aber einerseits die darauf verbauten Komponenten (unter anderem eine Simplex 10-Gang-Schaltung) nicht sonderlich begeisterten und es andererseits nicht sinnvoll bzw. nicht möglich gewesen wäre, das Rad mit einer aktuellen Schaltung auszurüsten, beschloß ich, es als Singlespeed herzurichten. Ein bißchen Stilbruch musste ich begehen, da ich Bremshebel mit nach oben abgehenden Zügen nicht mehr ausstehen kann und meine gewohnten Systempedale nicht missen wollte. Ich investierte neue Felgen, Speichen, Bremszangen, Kette und eine Sattelstütze sowie gebrauchte Bremshebel, Pedale, Kurbeln und einen Sattel. Da dies mein erster Versuch mit einem sportlichen Singlespeed war, war ich bemüht, die Kosten niedrig zu halten. Daher verwendete ich die vorhandene Hinterradnabe und entfernte vom Fünffachschraubkranz alle Ritzel bis auf eines. Ich wollte es unbedingt mit Freilauf haben, da es bei uns doch etwas hügelig ist und ich bergab auch schneller rollen können möchte, als ich zu kurbeln imstande wäre. Vorläufig behielt ich auch die alten Reifen (Michelin Elan 25-622/90PSI) und Schläuche. Die alte Kurbelgernitur hätte ich gerne behalten, musste sie aber tauschen, da sie französische Pedalgewinde hatte und ich damit meine Pedale nicht verwenden hätte können. Als Übersetzung wählte ich zunächst 42/17, was sich bei ersten kurzen Testfahrten als recht brauchbar herausgestellt hat. Das wird sicher kein Rad werden, mit dem ich tausende Kilometer im Jahr fahre, aber es macht Spaß, einmal ohne Schaltung unterwegs zu sein. Eventuell tausche ich irgendwann den Rahmen, da er nicht besonders hochwertig ist und die Rahmenhöhe auch nicht richtig passt. Jedenfalls habe ich jetzt ein Rad, das zum Trainieren hoher Trittfrequenzen geeignet ist und als Ersatz- und Schönwetter-Bahnhofsrad verwendet werden kann.
2. August 2006
Am Mittwoch hatte ich das Vergnügen, Joachim Hager am Tag vor seiner Heimkehr von einer mehr als fünf Jahre dauernden Weltreise mit dem Liegerad zu treffen. Joachim und sein Begleiter Franz, der einen Teil der über neunzigtausend Kilometer mit einem konventionellen Fahrrad mitgefahren war, besuchten mich in Baden. Im Garten sitzend plauderten wir ausführlich. Joachim war im April 2001 mit seiner im Fahrradstudio gekauften StreetMachine GT vom Hersteller HP Velotechnik aufgebrochen und fuhr mit wechselnden Begleitern und teilweise alleine durch Südosteuropa, Teile Asiens inklusive Tibet, Nepal, Indien und China sowie Australien, Südamerika und Afrika. In den letzten Jahren hatten wir das eine oder andere Mal Fahrradersatzteile in entlegene Teile der Welt geschickt. Weitere Informationen zu Joachims Reise finden sich unter recumbenttour.epe.at und www.geocities.com/recumbenttour/.
Nach unserem Gespräch begleitete ich die beiden ca. 20 km durchs Helenental bis kurz nach Alland. Danach kehrte ich wieder um und sie suchten einen geeigneten Platz zum Aufstellen des Zeltes. Da ich am folgenden Tag Zeit für eine größere Ausfahrt gehabt hätte, überlegte ich, die beiden einzuholen, ein paar Stunden mitzufahren und dann wieder zurückzukehren. Dazu hätte ich aber halbwegs früh aufbrechen müssen, was ich aus diversen Gründen nicht geschafft habe. Außerdem regnete es fast den ganzen Tag, daher ließ ich es bleiben. Am 3. August erreichte Joachim nach 64 Monaten Reise wieder seine Heimat Mitterlaab bei Wels in Oberösterreich.
Meine Strecke: Baden – Sattelbach – Mayerling – Alland und wieder retour
Distanz: 41 km
Fahrrad: Batavus