Radtouren-Logbuch

Von der kurzen Trainingsfahrt bis zur großen Radreise.

Archiv für die Kategorie 'Etappen'

Flüelapass – Ofenpass – Santa Maria

7. September 2009

Straße auf den Flüelapass

Nach einer kalten Nacht bleibe ich bis 9:00 im Zelt, da ich nicht merke, wie spät es ist, weil die Sonne so lange hinter den Bergen bleibt. Nachdem die Sonne heraus kommt, ist auch das Zelt bald trocken und während ich den Vortageseintrag für den Blog schreibe, trocknet auch die Zeltunterlage. Um ca. 10:00 breche ich auf. Es fehlen noch ca. 250 Höhenmeter bis zur Passhöhe des Flüelapasses. Es ist weniger Verkehr, als ich befürchtet hatte. Vor der Passhöhe sehe ich wieder das Paar auf dem Tandem, das mich gestern schon auf dem Wolfgangpass überholt hatte.

Auf dem Flüelapass esse ich eine Bündner Gerstensuppe und trinke einen Cappuchino. Danach geht es hinunter nach Susch und leicht bergauf weiter bis Zernez. Dort beginnt die Steigung auf den Ofenpass. Große Stücke der Ofenpassstraße sind Baustelle, da sie einen neuen Belag und auch eine neue Unterkonstruktion bekommt. Es gibt mehrere einspurige Teilstücke, zum Teil mit Ampel, zum Teil manuell geregelt. Als bergauf fahrender Radfahrer liege ich aber ohnehin außerhalb jeder Regelung, da ich es nicht schaffe, innerhalb der kurzen Grünphasen die entsprechenden Teilstücke zu bewältigen. Im Zweifelsfall warte ich am rechten Fahrbahnrand. Ich benötige ohnehin viele Pausen. Die Einspurregelung hat den Vorteil, dass zwischendurch manchmal minutenlang gar kein Fahrzeug an mir vorbei fährt. Von Ova Spin geht es wieder ca. 150 Höhenmeter hinunter. Neben dieser größeren gibt es auch mehrere kleinere Abfahrten. So verliere ich wieder einen Teil der mühsam erarbeiteten Höhenmeter.

Letztlich erreiche ich die Passhöhe kurz nach 18:00. Ich beschränke meinen Aufenthalt auf die Zeit, die ich zum Fotografieren und Anziehen benötige. Fast den ganzen Tag ist es in der Sonne sehr heiss gewesen, während die Lufttemperatur gar nicht so hoch ist. Die Abfahrt Richtung Santa Maria liegt völlig im Schatten und es ist empfindlich kühl. Ich bin froh, die lange Hose und die Jacke übergezogen zu haben. Der Campingplatz in Santa Maria liegt etwas außerhalb, aber in einer für mich günstigen Richtung. So spare ich mir morgen ein paar Höhenmeter Richtung Umbrailpass.

Strecke: (2130) – Flüelapass (2383) – Susch (1426) – Zernez (1472) – Ova Spin (1850) – Punt la drossa (1709) – Ofenpass (2149) – Fuldera (1638) – Sta. Maria in Müstair (1375)
Distanz: 59 km
Höhenmeter: ca. 1100

Liechtenstein – Wolfgangpass – Davos

6. September 2009

Sankt Luzisteig nahe der Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz

Für die Übernachtung zahle ich 11 Euro. Das dürfte im Moment der Standardtarif für Radfahrer mit Zelt sein. Auch auf den Campingplätzen in der Schweiz und in Italien zahle ich ziemlich dasselbe. Die Fahrt beginnt mit der Steigung nach St. Luzisteig. Da das dortige Militärmuseum nur Samstag nachmittags geöffnet ist, fällt eine Besichtigung aus. Nach der kurzen Abfahrt zweige ich Richtung Klosters/Davos ab. Auf der Straße Nr. 28, die den restlichen Weg des heutigen Tages bildet, ist abschnittweise Radfahrverbot ausgeschildert. Das ist aber nicht weiter schlimm, da es sich großteils um eine neue Trasse handelt und das Radfahren mit wenig sonstigem Verkehr auf der alten Straße möglich ist. Die Umwege halten sich in Grenzen.

Auf einem Rastplatz zwischen Klosters und Davos mit Blick auf den Silvrettagletscher unterhalte ich mich mit einem 84-jährigen ehemaligen Busfahrer aus der Schweiz. Unmittelbar vor Davos überquere ich den Wolfgangpass, mit dem ich gar nicht gerechnet habe, da ich ihn bisher auf der Karte übersehen hatte. Die Abfahrt nach Davos ist kurz (keine 100 Höhenmeter). Eigentlich wollte ich in Davos übernachten. Auf meiner Karte ist ein Campingplatz eingezeichnet und auf der Karte bei der Touristinformation sind es sogar zwei. In der Realität finde ich aber keinen der beiden an den entsprechenden Orten.

Da ich aber morgen über den Flüelapass und den Ofenpass fahren möchte, ziehe ich es ohnehin vor, heute noch einige hundert Höhenmeter zurückzulegen, um morgen nicht ganz so viel bergauf fahren zu müssen. Daher fahre ich nach einer Pause beim See weiter Richtung Flüelapass. Ich verlasse Davos um 19:30 und fahre weiter hinauf als geplant, da es einerseits bei gemütlicher Fahrt ganz gut läuft und ich andererseits keine geeignete Übernachtungsmöglichkeit finde. Als ich mich schon mit dem Gedanken anfreunde, heute noch über die Passhöhe zu fahren, wird es mir dann doch zu kalt und ich werde zu müde. So stelle ich mein Zelt bei einem größeren Parkplatz auf ca. 2130m Seehöhe auf. Die Nacht ist kalt (abends 1,0 und morgens 1,3 Grad) und mit dem dünnen Leichtschlafsack an der Grenze. Ich beschließe, auf dieser Reise nicht mehr so hoch im Freien zu übernachten.

Strecke: Camping “Auf der Säge” (~500) – Balzers (674) – Sankt Luzisteig (713) – Maienfeld (518) – Landquart – Schiers (660) – Klosters (1124) – Wolfgangpass (1626) – Davos (1560) – Flüelapass-Straße (2130)
Distanz: 74 km
Höhenmeter: 2000

Friedrichshafen – Liechtenstein

5. September 2009

Hafen in Lindau

Nach dem Abbau des Zeltes und dem Frühstück im Vereinsheim des SC Friedrichshafen fahre ich etwa gegen 10:00 Uhr los. Obwohl ich die Strecke zwischen Friedrichshafen und Bregenz schon mehrfach gefahren bin, habe ich bisher noch nicht den für meinen Geschmack optimalen Weg gefunden. Die B31 bietet eine ziemlich geradlinige, flott zu fahrende Verbindung, ist jedoch abschnittweise als Kraftfahrstraße ausgeschildert. Die diversen Nebenstraßen und Radwege bieten das übliche Zick-Zack mit wechselnder Belagsqualität und erschweren das Vorwärtskommen. Auf einigen Umwegen erreiche ich Lindau, wo ich den kleinen Umweg zur Insel fahre, um ein wenig zu fotografieren und den Schiffen beim Anlegen zuzusehen. Auf einem Abstellgleis des Lindauer Hauptbahnhofs steht ein Waggon der Lindauer Modellbahngruppe. Ob er das Vereinsheim beherbergt, oder ein von den Modellbahnern gebautes Modell im Maßstab 1:1 ist, ist nicht sofort ersichtlich.

Bei Hörbranz erreiche ich Österreich und in Bregenz kaufe ich Lebensmittel fürs Wochenende ein. Die Fahrt geht weiter Richtung Feldkirch, zunächst auf der B203, danach auf dem Rad-/Fußweg unmittelbar entlang des Rheins. Auf einer Rastbank mache ich eine längere Pause. Nach einer ausgiebigen Stärkung fahre ich weiter talaufwärts. Das Wetter ist sehr angenehm und ich habe fast den ganzen Tag Rückenwind. Kurz nach der Durchfahrt durch Feldkirch verlasse ich Österreich wieder Richtung Liechtenstein. Diesmal passt die Tageszeit und die zurückgelegte Tagesstrecke, um erstmals in Liechtenstein zu übernachten. Die Strecke durch Schaan, Vaduz und Triesen ist nicht sehr angenehm zu fahren, da häufig Gehsteigradwege und Radstreifen vorhanden sind. Kurz nach Triesen erreiche ich die Abzweigung zum Campingplatz “Auf der Säge”. Die Rezeption ist zwar schon geschlossen, aber zum Glück ist es hier, wie auf den meisten Campingplätzen in der Schweiz so, dass man sich einfach einen Stellplatz suchen und am nächsten Tag zahlen kann.

Strecke: Friedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Lindau – Hörbranz – Bregenz – Hard – Lustenau – Diepoldsau – Feldkirch – Mauren – Schaanwald – Nendeln – Schaan – Vaduz – Triesen – Camping “Auf der Säge”
Distanz: 105 km

Maria Taferl – Amstetten und Attnang-Puchheim – Bergheim

27. September 2007

Tunnel beim Mondsee

Nach dem Frühstück und der Abfahrt wieder hinunter nach Marbach an der Donau freute ich mich zunächst über Rückenwind. In der Nähe von Persenbeug begann es zu regnen und meine neue Regenjacke und Überhose kamen erstmals zum Einsatz. Nach der Ortsdurchfahrt von Grein musste ich die Entscheidung treffen, ob ich auf der geplanten Strecke, die weiter Richtung Perg geführt hätte, bleibe oder über die Donaubrücke nach Amstetten fahre, um dort in die Bahn zu steigen. Da ich es vermutlich mit dem Fahrrad nicht rechtzeitig bis Salzburg geschafft hätte, hätte ich ohnehin ein Stück mit der Bahn fahren müssen, also entschied ich mich, das gleich zu tun und dabei eventuell auch dem Regen zu entkommen. Ich fuhr also über die Brücke und weiter bis Amstetten, wo ich nach dem Einkaufen in einen Intercity stieg und bis Attnang-Puchheim fuhr.

Beim Aussteigen in Attnang-Puchheim schien die Sonne. Ab dem Attersee war die Route identisch mit einem Teil meiner Sechs-Seen-Fahrt im Jahr 2005. Heuer kam ich aber nur auf vier Seen. Leider war es trotz niederschlagsfreiem Wetter über den Seen so dunstig, dass man teilweise das gegenüberliegende Ufer kaum sehen konnte. Am Südufer des Mondsees gibt es einen Tunnel, der für Radfahrer gesperrt ist. Ich war überrascht zu sehen, dass die Umfahrung für Radfahrer teilweise auch durch einen längeren Tunnel führt. Er ist breit genug ausgeführt, um auch Kraftfahrzeugverkehr in einer Richtung zu ermöglichen und dient anscheinend als Notausgang für den Autotunnel.

Ursprünglich hatte ich vor, erst Freitag Vormittag nach Bergheim zu kommen. Als ich in St. Gilgen am Wolfgangsee war, erreichte mich jedoch ein Anruf von Wolfgang, der mir mitteilte, dass auch heute schon ein Zimmer beim Bräuwirt frei wäre. Daher entschloss ich mich, hier kein Quartier zu suchen und weiter zu fahren. Die fortgeschrittene Tageszeit war kein Problem, da ich ja am Zielort bereits ein Zimmer hatte. Zwischen St. Gilgen und Fuschl kehrte ich zum Abendessen ein. Danach ging es mit aufgefüllten Energiereserven weiter. Die Steigung bis Fuschl war bald überwunden und vom Fuschlsee ging es bis Salzburg fast nur noch bergab. Da ich den Stadtverkehr in Salzburg vermeiden wollte, bog ich in Salzburg auf die B1 Richtung Norden ab und fuhr über Mayrwies nach Bergheim.

Strecke: Maria Taferl – Marbach an der Donau – Granz – Gottsdorf – Persenbeug – Isperdorf – Hirschenau – Sarmingstein – St. Nikola – Grein – Donaubrücke – Ardagger – Amstetten; nach Bahnfahrt: Attnang – Puchheim – Regau – Schörfling am Attersee – Kammer – Seeberg – Weyregg am Attersee – Seefeld – Steinbach am Attersee – Weißenbach am Attersee – Burgau – Unterach am Attersee – Scharfling – Scharflinger Höhe – St. Gilgen – Fuschl am See – Hof bei Salzburg – Salzburg – Mayrwies – Bergheim/Lengfelden
Distanz Fahrrad: 135 km (49 + 86)
Distanz Bahn: 120 km

Baden – Maria Taferl

26. September 2007

Maria Taferl

Um die Mittagszeit fuhr ich in Baden los. Da ich bis zum Ziel nur zweimal übernachten und ausserdem halbwegs flott weiterkommen wollte, ließ ich das Campingzubehör diesmal zu Hause. Die Zeiten, zu denen ich 300 km relativ locker in 14 Stunden fahren konnte, sind leider vorbei, vielleicht komme ich mit mehr Training wieder in diese Bereiche. Trotzdem lief es ganz gut und ich kam zügig voran. Nach der Durchquerung des Helenentals und der Steigung zum Forsthof folgte die Abfahrt nach Laaben. In Brand war die Straße kurzzeitig wegen eines Trauerzuges gesperrt. In Böheimkirchen versorgte ich mich mit Proviant. In St. Pölten fuhr ich durch den Ortsteil Wagram auf die B1, auf der ich bis zur Donaubrücke bei Melk blieb. Bei Prinzersdorf stellte ich fest, dass man nicht mehr vor dem fast immer geschlossenen Bahnschranken steht, da die B1 jetzt als Umfahrung ausgeführt ist und die Bahn mit Hilfe einer Unterführung quert. Ab Melk fuhr ich im Donautal. In Marbach hatte ich schon begonnen, mich nach einem Quartier für die Nacht umzusehen, als ich die Abzweigung nach Maria Taferl bemerkte und spontan entschied, ihr zu folgen. Bis Maria Taferl sind ca. 220 Höhenmeter zu überwinden. Oben angekommen fand ich schnell eine Frühstückspension und nach dem Duschen ging ich zum Abendessen in ein nahe gelegenes Hotel.

Strecke: Baden – Sattelbach – Mayerling – Alland – Klausen-Leopoldsdorf – Schöpflgitter – Forsthof – Laaben – Brand – Gasthaus zur frischen Luft – Stössing – Steinabruck – Dörfl – Kasten bei Böheimkirchen – Mitterfeld – Außerkasten – Furth – Böheimkirchen – Mechters – St. Pölten – Gerersdorf – Prinzersdorf – Großsierning – Loosdorf – Melk – Emmersdorf an der Donau – Weitenegg – Urfahr – Ebersdorf – Klein-Pöchlarn – Krummnußbaum – Marbach an der Donau – Maria Taferl
Distanz: 111 km

Friedrichshafen – Bregenz und Wien – Baden

2. September 2007

Kuerbisse bei Gumpoldskirchen

Ursprünglich wollte ich unmittelbar nach der Messe eine Radreise starten und über diverse Alpenpässe auf Umwegen wieder nach Hause fahren. Leider ist die Wetterprogrose für die bevorstehende Woche ausnehmend schlecht. Es ist nicht nur mit ergiebigen Niederschlägen zu rechen, auch sinkt die Schneefallgrenze auf 1300 Meter, was es ziemlich sinnlos macht, auf über 2000 Meter hinauffahren zu wollen. Daher entschließe ich mich, wieder mit der Bahn heimzufahren und meine Radreise später von zu Hause zu starten. Der nächste brauchbare Zug verlässt Bregenz um 5:00 Uhr. Bis dorthin fahre ich mit dem Rad.

Nach der Eurobike-Party verlasse ich das Messegelände in Friedrichshafen um 0:22 Uhr. Die direkteste Verbindung zwischen Friedrichshafen und Lindau ist die B31. Bis Eriskirch komme ich ohne Probleme, ab dort ist die B31 als Kraftfahrstraße ausgeschildert und ich habe keine andere Wahl, als der dubiosen Radverkehrsführung zu folgen. Das bedeutet Umwege, schlechten Untergrund und nachts schwer erkennbare Beschilderung. So gut es geht, versuche ich den Radwegen auszuweichen. Ein weiteres Mal muss ich meine Route wegen einer Kraftfahrstraße ändern.

Gegen 2:00 Uhr erreiche ich Lindau. Wenn ich schon einmal hier bin, fahre ich natürlich auch auf die Insel. Auf dem Bahnhof kann ich mich davon überzeugen, dass es auch von hier keinen Zug gibt, mit dem ich rechtzeitig in Bregenz wäre, um dort den gewünschten Zug zu erreichen. Nach einer kurzen Pause am Bodensee fahre ich weiter Richtung Bregenz. Langsam packt mich die Müdigkeit, aber es ist ja nicht mehr weit.

Eine halbe Stunde vor Abfahrt wird der Zug in Bregenz bereitgestellt. Ich lade mein Fahrrad ein, suche ein nicht reserviertes Abteil und schlafe nach dem Zusammenschieben zweier gegenüberliegender Sitze sofort ein. Nach etwas mehr als drei Stunden ist es mit dem Schlafen weitgehend vorbei. Um die Mittagszeit ist der Zug in Wien. Nach einer kleinen Stärkung fahre ich mit dem Fahrrad nach Hause. Zwischen Guntramsdorf und Thalern bietet ein Bauer Kürbisse im Selbstbedienungsverkauf an, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Strecke: Friedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Wasserburg – Lindau – Lochau – Bregenz und nach der Bahnfahrt: Wien – Vösendorf – Wr. Neudorf – Guntramsdorf – Gumpoldskirchen – Pfaffstätten – Baden
Distanz: 69 km (44 + 25)
Fahrrad: Batavus

Baden – Wien Westbahnhof

30. August 2007

Mein Batavus Randonneur, Muenchen HBF

Die Reise zur Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee beginnt wieder mit einer Fahrt mit dem Fahrrad nach Wien zum Westbahnhof. Die Radfahrt ist unspektakulär und die Strecke altbekannt, daher spare ich mir hier eine ausführliche Beschreibung. Ich verlasse Baden um 21:45 und erreiche den Westbahnhof um ca. 23:10. Der leichte Gegenwind ist nicht weiter tragisch. Es bleibt genügend Zeit, um die telefonisch vorbestellten Fahrkarten aus dem Automaten zu holen.

Leider bieten die ÖBB noch immer keinen Nachtzug mit Fahrradmitnahmemöglichkeit von Wien nach Vorarlberg an. Da ich weder einen ganzen Tag im Zug verschwenden, noch um ein Uhr nachts in Bregenz ankommen will, nehme ich wieder den umständlichen und teuren Umweg über München. Der am besten geeignete Zug dafür ist der EN268 “Kalman Imre” mit Abfahrt um 23:45 und Ankunft in München um 6:17. Der Zug kommt ca. zehn Minuten zu spät. Nach weiteren zehn Minuten wird gleichzeitig mit der Ansage der Abfahrt des Zuges endlich die Schiebetür des Gepäckwagens geöffnet. Dass hier vier Radfahrer mitfahren wollen, hat das Zugpersonal trotz Reservierungspflicht und natürlich erfolgter Reservierung wohl verschlafen. Nachdem das Rad verstaut ist, begebe ich mich zu meinem ebenfalls reservierten Liegewagenplatz. Das Sechser-Abteil ist voll belegt. Wie ich am nächsten Morgen feststellen kann, reise ich mit je einem Paar aus Taiwan und Frankreich sowie einem Ungarn. Ich schlafe so gut ich es im Liegewagen kann.

In München habe ich knapp eine Stunde Wartezeit. Aus der Zeit stammt auch das rechts stehende Foto. Mit dem EC196 geht es weiter bis Lindau. Das letzte Stück bis Friedrichshafen Flughafen fahre ich mit dem IRE.

Strecke: Baden – Pfaffstätten – Traiskirchen – Guntramsdorf – Wr. Neudorf – Vösendorf – Wien (Triester Straße, Altmannsdorfer Allee, Winckelmannstraße, Mariahilfer Straße, Westbahnhof)
Distanz: 25 km
Fahrrad: Batavus

Obervellach – Großglockner Hochalpenstraße – Zell am See

22. September 2006

Hochtortunnel

Am letzten Tag meiner kleinen Alpenfahrt hatte ich das außerordentliche Vergnügen, bei absolutem Kaiserwetter die Großglockner Hochalpenstraße in gesamter Länge mit allen 27 Kehren zu überqueren. Nur die Stichstraßen zur Franz-Josefs-Höhe und zur Edelweißspitze musste ich auslassen. Als ich das Quartier in Obervellach verließ, waren die Oldtimer auch schon wieder unterwegs. Sie fuhren an diesem Tag von Bad Kleinkirchheim auf die Glocknerstraße. Bis kurz vor Winklern hatten mich alle überholt. Als ich froh war, sie los zu sein, kamen mir die ersten schon wieder entgegen. Es war keine Wolke am Himmel zu sehen. In Heiligenblut nahm ich mir endlich einmal die Zeit, um die berühmte Kirche auch von innen zu besichtigen. Auch der Friedhof unmittelbar um die Kirche herum ist sehenswert. Ich benötigte ca. alle 200 Höhenmeter eine kurze Pause, hatte aber ansonsten keine Probleme. Beim Kasereck machte ich eine längere Pause. Ich sah zwei vom Hochtor kommende Radfahrer, einen mit einem konventionellen Fahrrad und einen mit einem Liegerad, das ich aus der Entfernung als Lightning P-38 zu erkennen glaubte, was sich bei näherer Betrachtung als richtig herausstellte. Ich sprach die beiden an und es stellte sich heraus, dass Tom das Liegerad vor ca. 10 Jahren bei uns im Fahrradstudio gekauft hatte. Wir plauderten etwa eine halbe Stunde. Danach setzte ich meinen Weg zum Hochtor fort. Kurze Zeit später kam mir ein freilaufender schwarzer Schäferhund auf der Straße entgegen. Er überlegte es sich offenbar später. Nachdem er umgedreht hatte überholte er mich bergauf. Rund vier Stunden nachdem ich Heiligenblut verlassen hatte, erreichte ich den Hochtortunnelparkplatz. Vor etwas mehr als 15 Jahren hatte ich für die gleiche Strecke eineinhalb Stunden benötigt. Damals war ich aber auch besser trainiert und völlig gesund. Nach kurzer Pause machte ich mich auf die Abfahrt zur Fuscher Lacke. Das kurze Stück von dort zum Fuscher Törl war die letzte nennenswerte Steigung dieses Tages. Die Sonne war verschwunden und es wurde langsam dämmerig. Daher war ich auf der Abfahrt langsamer als sonst und die Höchstgeschwindigkeit blieb bei den 78 km/h, die ich schon zwischen Hochtor und Fuscher Lacke erreicht hatte. Ich fuhr nach Zell am See zum Bahnhof, von wo ich mit dem Zug nach Salzburg Stadt fuhr. Die nächsten Tage verbrachte ich in Bergheim auf der Fahrradhändlermesse. Danach fuhr ich im Auto mit nach Hause.

Strecke: Obervellach (687) – Flattach (696) – Außerfragant (712) – Winklern (865) – Mörtschach (972) – Döllach (1013) – Heiligenblut (1291) – Mautstelle (1691) – Kasereck (1910) – Abzweigung Franz-Josefs-Höhe (1859) – Hochtortunnel (2504) – Fuscher Lacke (2262) – Fuscher Törl (2428) – Piffkar (1638) – Mautstelle Ferleiten (1151) – Fusch an der Glocknerstraße (813) – Bruck an der Glocknerstraße (755) – Zell am See (752)
Distanz: 114 km
Höhenmeter bergauf: 2175

Murau – Turracher Höhe – Obervellach

21. September 2006

murtalbahn

Richtung Predlitz lief es zunächst eher zäh. In Predlitz machte ich eine Pause zum Einkaufen. Bis Turrach war die Steigung mäßig. Erst danach wurde es steil. Die Steigung hatte ungefähr 12%, war aber anstrengend zu fahren, weil es kaum Kehren gab. Ich legte mehrere Pausen ein um zu rasten und zu photographieren. Die Oldtimer der Alpenfahrt kamen mir entgegen. Oben kehrte ich auf eine Suppe ein. Bei der Abfahrt hatte ich Glück und erwischte eine Verkehrslücke. Ich fuhr trotz des großen Gefälles eher vorsichtig, da der Belag bei meiner letzten Befahrung (im Jahr 2000) sehr schlecht war. In der Zwischenzeit wurde aber offensichtlich neu asphaltiert. Eigentlich wollte ich das Schild, das das 23%-Gefälle anzeigt photographieren. Ich fuhr jedoch so schnell vorbei, dass ich eine Notbremsung einlegen hätte müssen. Im Steilstück erreichte ich 87 km/h. Hätte ich einen Tag mehr Zeit gehabt, wäre ich wahrscheinlich gleich Richtung Nockalmstraße abgebogen. Da ich aber Freitag Abend in Salzburg sein musste, fuhr ich weiter hinunter Richtung Ebene Reichenau. Nach einer kurzen Steigung ging es hinunter zum Millstätter See. Die Strecke neben dem See war unangenehm. Es herrschte starker Verkehr. Den als verpflichtend ausgeschilderten und linksseitig verlaufenden Geh- und Radweg ignorierte ich aus Sicherheitsgründen. Er war für Radverkehr in beiden Richtungen und Fußgänger deutlich zu schmal. Meistens ging es leicht bergauf oder bergab. Auch im Drautal und im Mölltal war der Verkehr ziemlich stark. In Kolbnitz kehrte ich zum Abendessen ein. Danach war es dunkel und der Verkehr hatte nachgelassen. Ich fuhr noch bis Obervellach, wo ich mir wieder ein Zimmer nahm.

Strecke: Murau (829) – St. Georgen (864) – Stadl an der Mur (884) – Predlitz (971) – Turrach (1269) – Turracherhöhe (1763) – Ebene Reichenau (1062) – Patergassen – Bad Kleinkirchheim (1087) – Radenthein (746) – Döbriach (608) – Millstatt (611) – Seeboden (618) – Spittal an der Drau (560) – Lendorf – Möllbrücke (557) – Kolbnitz – Obervellach (687)
Distanz: 125 km
Höhenmeter bergauf: 1400

Admont – Sölkpass – Murau

20. September 2006

soelkpass

Wieder verließ ich das Quartier etwa um 9:00 Uhr. Da sich die rechte Kurbel meines Rades gelockert hatte, suchte ich nach einem Radhändler, wurde aber in Admont nicht fündig. Einheimische, die ich gefragt hatte, schickten mich in unterschiedliche Richtungen, was aber nicht zum Erfolg führte. Daher fuhr ich vorsichtig weiter und hoffte in Liezen fündig zu werden. Am Ortsrand von Liezen fand ich einen Baumarkt, wo ich einen Sechskant-Rohrschlüssel 14/15 mm erstand. Damit konnte ich mit Hilfe eines Inbusschlüssels als Hebel die Kurbelschraube festziehen. Morgens war es noch dicht bewölkt und ich bekam auch ein paar Regentropfen ab. Es wurde dann aber kontinuierlich trockener. Auf leichtem Umweg kam ich nach Döllach. In Irdning besichtigte ich die Kirche, die eine interessante Stilmischung aufweist. Diesmal schaffte ich es, von Irdning nicht über Trautenfels auf die Bundesstraße zu fahren, sondern fuhr über Altirdning nach Öblarn. In Stein an der Enns verschwand plötzlich die Bewölkung während ich bei einer Suppe und einem Topfenstrudel saß. In strahlender Sonne begann ich die Bergfahrt auf den Sölkpass. Erst kam eine Rampe mit ca. 200 Höhenmetern bis zur Abzweigung nach Großsölk. Die nächsten 200 Höhenmeter verteilten sich weitgehend regelmäßig auf fast 20 km. Auf diesem “Flachstück” bemühte ich mich, die Trittfequenz und die Geschwindigkeit hoch zu halten. Erst die letzten paar km betrug die Steigung etwa 10% und darüber. Ich hätte auf dem Steilstück gar keine Pause benötigt, blieb aber zum Photographieren stehen. Nach dieser Erfahrung hielt ich auch die Bewältigung der Großglockner Hochalpenstraße für problemlos möglich. Nach kurzem Aufenthalt auf der Passhöhe begab ich mich auf die Abfahrt Richtung Murau, wo ich mir ein Zimmer im Gasthof Moser auf dem Hauptplatz nahm.

Strecke: Admont (640) – Hall (626) – Liezen (664) – Weißenbach bei Liezen (654) – Döllach (646) – Ketten (644) – Aigen im Ennstal (652) – Irdning (673) – Altirdning (657) – Öblarn (668) – Stein an der Enns (694) – Großsölk (941) – St. Nikolai im Sölktal (1127) – Sölkpass (1790) – Schöder (901) – Murau (829)
Distanz: 105 km
Höhenmeter bergauf: 1360

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