27. September 2007

Nach dem Frühstück und der Abfahrt wieder hinunter nach Marbach an der Donau freute ich mich zunächst über Rückenwind. In der Nähe von Persenbeug begann es zu regnen und meine neue Regenjacke und Überhose kamen erstmals zum Einsatz. Nach der Ortsdurchfahrt von Grein musste ich die Entscheidung treffen, ob ich auf der geplanten Strecke, die weiter Richtung Perg geführt hätte, bleibe oder über die Donaubrücke nach Amstetten fahre, um dort in die Bahn zu steigen. Da ich es vermutlich mit dem Fahrrad nicht rechtzeitig bis Salzburg geschafft hätte, hätte ich ohnehin ein Stück mit der Bahn fahren müssen, also entschied ich mich, das gleich zu tun und dabei eventuell auch dem Regen zu entkommen. Ich fuhr also über die Brücke und weiter bis Amstetten, wo ich nach dem Einkaufen in einen Intercity stieg und bis Attnang-Puchheim fuhr.
Beim Aussteigen in Attnang-Puchheim schien die Sonne. Ab dem Attersee war die Route identisch mit einem Teil meiner Sechs-Seen-Fahrt im Jahr 2005. Heuer kam ich aber nur auf vier Seen. Leider war es trotz niederschlagsfreiem Wetter über den Seen so dunstig, dass man teilweise das gegenüberliegende Ufer kaum sehen konnte. Am Südufer des Mondsees gibt es einen Tunnel, der für Radfahrer gesperrt ist. Ich war überrascht zu sehen, dass die Umfahrung für Radfahrer teilweise auch durch einen längeren Tunnel führt. Er ist breit genug ausgeführt, um auch Kraftfahrzeugverkehr in einer Richtung zu ermöglichen und dient anscheinend als Notausgang für den Autotunnel.
Ursprünglich hatte ich vor, erst Freitag Vormittag nach Bergheim zu kommen. Als ich in St. Gilgen am Wolfgangsee war, erreichte mich jedoch ein Anruf von Wolfgang, der mir mitteilte, dass auch heute schon ein Zimmer beim Bräuwirt frei wäre. Daher entschloss ich mich, hier kein Quartier zu suchen und weiter zu fahren. Die fortgeschrittene Tageszeit war kein Problem, da ich ja am Zielort bereits ein Zimmer hatte. Zwischen St. Gilgen und Fuschl kehrte ich zum Abendessen ein. Danach ging es mit aufgefüllten Energiereserven weiter. Die Steigung bis Fuschl war bald überwunden und vom Fuschlsee ging es bis Salzburg fast nur noch bergab. Da ich den Stadtverkehr in Salzburg vermeiden wollte, bog ich in Salzburg auf die B1 Richtung Norden ab und fuhr über Mayrwies nach Bergheim.
Strecke: Maria Taferl – Marbach an der Donau – Granz – Gottsdorf – Persenbeug – Isperdorf – Hirschenau – Sarmingstein – St. Nikola – Grein – Donaubrücke – Ardagger – Amstetten; nach Bahnfahrt: Attnang – Puchheim – Regau – Schörfling am Attersee – Kammer – Seeberg – Weyregg am Attersee – Seefeld – Steinbach am Attersee – Weißenbach am Attersee – Burgau – Unterach am Attersee – Scharfling – Scharflinger Höhe – St. Gilgen – Fuschl am See – Hof bei Salzburg – Salzburg – Mayrwies – Bergheim/Lengfelden
Distanz Fahrrad: 135 km (49 + 86)
Distanz Bahn: 120 km
26. September 2007

Um die Mittagszeit fuhr ich in Baden los. Da ich bis zum Ziel nur zweimal übernachten und ausserdem halbwegs flott weiterkommen wollte, ließ ich das Campingzubehör diesmal zu Hause. Die Zeiten, zu denen ich 300 km relativ locker in 14 Stunden fahren konnte, sind leider vorbei, vielleicht komme ich mit mehr Training wieder in diese Bereiche. Trotzdem lief es ganz gut und ich kam zügig voran. Nach der Durchquerung des Helenentals und der Steigung zum Forsthof folgte die Abfahrt nach Laaben. In Brand war die Straße kurzzeitig wegen eines Trauerzuges gesperrt. In Böheimkirchen versorgte ich mich mit Proviant. In St. Pölten fuhr ich durch den Ortsteil Wagram auf die B1, auf der ich bis zur Donaubrücke bei Melk blieb. Bei Prinzersdorf stellte ich fest, dass man nicht mehr vor dem fast immer geschlossenen Bahnschranken steht, da die B1 jetzt als Umfahrung ausgeführt ist und die Bahn mit Hilfe einer Unterführung quert. Ab Melk fuhr ich im Donautal. In Marbach hatte ich schon begonnen, mich nach einem Quartier für die Nacht umzusehen, als ich die Abzweigung nach Maria Taferl bemerkte und spontan entschied, ihr zu folgen. Bis Maria Taferl sind ca. 220 Höhenmeter zu überwinden. Oben angekommen fand ich schnell eine Frühstückspension und nach dem Duschen ging ich zum Abendessen in ein nahe gelegenes Hotel.
Strecke: Baden – Sattelbach – Mayerling – Alland – Klausen-Leopoldsdorf – Schöpflgitter – Forsthof – Laaben – Brand – Gasthaus zur frischen Luft – Stössing – Steinabruck – Dörfl – Kasten bei Böheimkirchen – Mitterfeld – Außerkasten – Furth – Böheimkirchen – Mechters – St. Pölten – Gerersdorf – Prinzersdorf – Großsierning – Loosdorf – Melk – Emmersdorf an der Donau – Weitenegg – Urfahr – Ebersdorf – Klein-Pöchlarn – Krummnußbaum – Marbach an der Donau – Maria Taferl
Distanz: 111 km
2. September 2007

Ursprünglich wollte ich unmittelbar nach der Messe eine Radreise starten und über diverse Alpenpässe auf Umwegen wieder nach Hause fahren. Leider ist die Wetterprogrose für die bevorstehende Woche ausnehmend schlecht. Es ist nicht nur mit ergiebigen Niederschlägen zu rechen, auch sinkt die Schneefallgrenze auf 1300 Meter, was es ziemlich sinnlos macht, auf über 2000 Meter hinauffahren zu wollen. Daher entschließe ich mich, wieder mit der Bahn heimzufahren und meine Radreise später von zu Hause zu starten. Der nächste brauchbare Zug verlässt Bregenz um 5:00 Uhr. Bis dorthin fahre ich mit dem Rad.
Nach der Eurobike-Party verlasse ich das Messegelände in Friedrichshafen um 0:22 Uhr. Die direkteste Verbindung zwischen Friedrichshafen und Lindau ist die B31. Bis Eriskirch komme ich ohne Probleme, ab dort ist die B31 als Kraftfahrstraße ausgeschildert und ich habe keine andere Wahl, als der dubiosen Radverkehrsführung zu folgen. Das bedeutet Umwege, schlechten Untergrund und nachts schwer erkennbare Beschilderung. So gut es geht, versuche ich den Radwegen auszuweichen. Ein weiteres Mal muss ich meine Route wegen einer Kraftfahrstraße ändern.
Gegen 2:00 Uhr erreiche ich Lindau. Wenn ich schon einmal hier bin, fahre ich natürlich auch auf die Insel. Auf dem Bahnhof kann ich mich davon überzeugen, dass es auch von hier keinen Zug gibt, mit dem ich rechtzeitig in Bregenz wäre, um dort den gewünschten Zug zu erreichen. Nach einer kurzen Pause am Bodensee fahre ich weiter Richtung Bregenz. Langsam packt mich die Müdigkeit, aber es ist ja nicht mehr weit.
Eine halbe Stunde vor Abfahrt wird der Zug in Bregenz bereitgestellt. Ich lade mein Fahrrad ein, suche ein nicht reserviertes Abteil und schlafe nach dem Zusammenschieben zweier gegenüberliegender Sitze sofort ein. Nach etwas mehr als drei Stunden ist es mit dem Schlafen weitgehend vorbei. Um die Mittagszeit ist der Zug in Wien. Nach einer kleinen Stärkung fahre ich mit dem Fahrrad nach Hause. Zwischen Guntramsdorf und Thalern bietet ein Bauer Kürbisse im Selbstbedienungsverkauf an, wie auf dem Bild zu sehen ist.
Strecke: Friedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Wasserburg – Lindau – Lochau – Bregenz und nach der Bahnfahrt: Wien – Vösendorf – Wr. Neudorf – Guntramsdorf – Gumpoldskirchen – Pfaffstätten – Baden
Distanz: 69 km (44 + 25)
Fahrrad: Batavus
30. August 2007

Die Reise zur Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee beginnt wieder mit einer Fahrt mit dem Fahrrad nach Wien zum Westbahnhof. Die Radfahrt ist unspektakulär und die Strecke altbekannt, daher spare ich mir hier eine ausführliche Beschreibung. Ich verlasse Baden um 21:45 und erreiche den Westbahnhof um ca. 23:10. Der leichte Gegenwind ist nicht weiter tragisch. Es bleibt genügend Zeit, um die telefonisch vorbestellten Fahrkarten aus dem Automaten zu holen.
Leider bieten die ÖBB noch immer keinen Nachtzug mit Fahrradmitnahmemöglichkeit von Wien nach Vorarlberg an. Da ich weder einen ganzen Tag im Zug verschwenden, noch um ein Uhr nachts in Bregenz ankommen will, nehme ich wieder den umständlichen und teuren Umweg über München. Der am besten geeignete Zug dafür ist der EN268 “Kalman Imre” mit Abfahrt um 23:45 und Ankunft in München um 6:17. Der Zug kommt ca. zehn Minuten zu spät. Nach weiteren zehn Minuten wird gleichzeitig mit der Ansage der Abfahrt des Zuges endlich die Schiebetür des Gepäckwagens geöffnet. Dass hier vier Radfahrer mitfahren wollen, hat das Zugpersonal trotz Reservierungspflicht und natürlich erfolgter Reservierung wohl verschlafen. Nachdem das Rad verstaut ist, begebe ich mich zu meinem ebenfalls reservierten Liegewagenplatz. Das Sechser-Abteil ist voll belegt. Wie ich am nächsten Morgen feststellen kann, reise ich mit je einem Paar aus Taiwan und Frankreich sowie einem Ungarn. Ich schlafe so gut ich es im Liegewagen kann.
In München habe ich knapp eine Stunde Wartezeit. Aus der Zeit stammt auch das rechts stehende Foto. Mit dem EC196 geht es weiter bis Lindau. Das letzte Stück bis Friedrichshafen Flughafen fahre ich mit dem IRE.
Strecke: Baden – Pfaffstätten – Traiskirchen – Guntramsdorf – Wr. Neudorf – Vösendorf – Wien (Triester Straße, Altmannsdorfer Allee, Winckelmannstraße, Mariahilfer Straße, Westbahnhof)
Distanz: 25 km
Fahrrad: Batavus
22. September 2006

Am letzten Tag meiner kleinen Alpenfahrt hatte ich das außerordentliche Vergnügen, bei absolutem Kaiserwetter die Großglockner Hochalpenstraße in gesamter Länge mit allen 27 Kehren zu überqueren. Nur die Stichstraßen zur Franz-Josefs-Höhe und zur Edelweißspitze musste ich auslassen. Als ich das Quartier in Obervellach verließ, waren die Oldtimer auch schon wieder unterwegs. Sie fuhren an diesem Tag von Bad Kleinkirchheim auf die Glocknerstraße. Bis kurz vor Winklern hatten mich alle überholt. Als ich froh war, sie los zu sein, kamen mir die ersten schon wieder entgegen. Es war keine Wolke am Himmel zu sehen. In Heiligenblut nahm ich mir endlich einmal die Zeit, um die berühmte Kirche auch von innen zu besichtigen. Auch der Friedhof unmittelbar um die Kirche herum ist sehenswert. Ich benötigte ca. alle 200 Höhenmeter eine kurze Pause, hatte aber ansonsten keine Probleme. Beim Kasereck machte ich eine längere Pause. Ich sah zwei vom Hochtor kommende Radfahrer, einen mit einem konventionellen Fahrrad und einen mit einem Liegerad, das ich aus der Entfernung als Lightning P-38 zu erkennen glaubte, was sich bei näherer Betrachtung als richtig herausstellte. Ich sprach die beiden an und es stellte sich heraus, dass Tom das Liegerad vor ca. 10 Jahren bei uns im Fahrradstudio gekauft hatte. Wir plauderten etwa eine halbe Stunde. Danach setzte ich meinen Weg zum Hochtor fort. Kurze Zeit später kam mir ein freilaufender schwarzer Schäferhund auf der Straße entgegen. Er überlegte es sich offenbar später. Nachdem er umgedreht hatte überholte er mich bergauf. Rund vier Stunden nachdem ich Heiligenblut verlassen hatte, erreichte ich den Hochtortunnelparkplatz. Vor etwas mehr als 15 Jahren hatte ich für die gleiche Strecke eineinhalb Stunden benötigt. Damals war ich aber auch besser trainiert und völlig gesund. Nach kurzer Pause machte ich mich auf die Abfahrt zur Fuscher Lacke. Das kurze Stück von dort zum Fuscher Törl war die letzte nennenswerte Steigung dieses Tages. Die Sonne war verschwunden und es wurde langsam dämmerig. Daher war ich auf der Abfahrt langsamer als sonst und die Höchstgeschwindigkeit blieb bei den 78 km/h, die ich schon zwischen Hochtor und Fuscher Lacke erreicht hatte. Ich fuhr nach Zell am See zum Bahnhof, von wo ich mit dem Zug nach Salzburg Stadt fuhr. Die nächsten Tage verbrachte ich in Bergheim auf der Fahrradhändlermesse. Danach fuhr ich im Auto mit nach Hause.
Strecke: Obervellach (687) – Flattach (696) – Außerfragant (712) – Winklern (865) – Mörtschach (972) – Döllach (1013) – Heiligenblut (1291) – Mautstelle (1691) – Kasereck (1910) – Abzweigung Franz-Josefs-Höhe (1859) – Hochtortunnel (2504) – Fuscher Lacke (2262) – Fuscher Törl (2428) – Piffkar (1638) – Mautstelle Ferleiten (1151) – Fusch an der Glocknerstraße (813) – Bruck an der Glocknerstraße (755) – Zell am See (752)
Distanz: 114 km
Höhenmeter bergauf: 2175
21. September 2006

Richtung Predlitz lief es zunächst eher zäh. In Predlitz machte ich eine Pause zum Einkaufen. Bis Turrach war die Steigung mäßig. Erst danach wurde es steil. Die Steigung hatte ungefähr 12%, war aber anstrengend zu fahren, weil es kaum Kehren gab. Ich legte mehrere Pausen ein um zu rasten und zu photographieren. Die Oldtimer der Alpenfahrt kamen mir entgegen. Oben kehrte ich auf eine Suppe ein. Bei der Abfahrt hatte ich Glück und erwischte eine Verkehrslücke. Ich fuhr trotz des großen Gefälles eher vorsichtig, da der Belag bei meiner letzten Befahrung (im Jahr 2000) sehr schlecht war. In der Zwischenzeit wurde aber offensichtlich neu asphaltiert. Eigentlich wollte ich das Schild, das das 23%-Gefälle anzeigt photographieren. Ich fuhr jedoch so schnell vorbei, dass ich eine Notbremsung einlegen hätte müssen. Im Steilstück erreichte ich 87 km/h. Hätte ich einen Tag mehr Zeit gehabt, wäre ich wahrscheinlich gleich Richtung Nockalmstraße abgebogen. Da ich aber Freitag Abend in Salzburg sein musste, fuhr ich weiter hinunter Richtung Ebene Reichenau. Nach einer kurzen Steigung ging es hinunter zum Millstätter See. Die Strecke neben dem See war unangenehm. Es herrschte starker Verkehr. Den als verpflichtend ausgeschilderten und linksseitig verlaufenden Geh- und Radweg ignorierte ich aus Sicherheitsgründen. Er war für Radverkehr in beiden Richtungen und Fußgänger deutlich zu schmal. Meistens ging es leicht bergauf oder bergab. Auch im Drautal und im Mölltal war der Verkehr ziemlich stark. In Kolbnitz kehrte ich zum Abendessen ein. Danach war es dunkel und der Verkehr hatte nachgelassen. Ich fuhr noch bis Obervellach, wo ich mir wieder ein Zimmer nahm.
Strecke: Murau (829) – St. Georgen (864) – Stadl an der Mur (884) – Predlitz (971) – Turrach (1269) – Turracherhöhe (1763) – Ebene Reichenau (1062) – Patergassen – Bad Kleinkirchheim (1087) – Radenthein (746) – Döbriach (608) – Millstatt (611) – Seeboden (618) – Spittal an der Drau (560) – Lendorf – Möllbrücke (557) – Kolbnitz – Obervellach (687)
Distanz: 125 km
Höhenmeter bergauf: 1400
20. September 2006

Wieder verließ ich das Quartier etwa um 9:00 Uhr. Da sich die rechte Kurbel meines Rades gelockert hatte, suchte ich nach einem Radhändler, wurde aber in Admont nicht fündig. Einheimische, die ich gefragt hatte, schickten mich in unterschiedliche Richtungen, was aber nicht zum Erfolg führte. Daher fuhr ich vorsichtig weiter und hoffte in Liezen fündig zu werden. Am Ortsrand von Liezen fand ich einen Baumarkt, wo ich einen Sechskant-Rohrschlüssel 14/15 mm erstand. Damit konnte ich mit Hilfe eines Inbusschlüssels als Hebel die Kurbelschraube festziehen. Morgens war es noch dicht bewölkt und ich bekam auch ein paar Regentropfen ab. Es wurde dann aber kontinuierlich trockener. Auf leichtem Umweg kam ich nach Döllach. In Irdning besichtigte ich die Kirche, die eine interessante Stilmischung aufweist. Diesmal schaffte ich es, von Irdning nicht über Trautenfels auf die Bundesstraße zu fahren, sondern fuhr über Altirdning nach Öblarn. In Stein an der Enns verschwand plötzlich die Bewölkung während ich bei einer Suppe und einem Topfenstrudel saß. In strahlender Sonne begann ich die Bergfahrt auf den Sölkpass. Erst kam eine Rampe mit ca. 200 Höhenmetern bis zur Abzweigung nach Großsölk. Die nächsten 200 Höhenmeter verteilten sich weitgehend regelmäßig auf fast 20 km. Auf diesem “Flachstück” bemühte ich mich, die Trittfequenz und die Geschwindigkeit hoch zu halten. Erst die letzten paar km betrug die Steigung etwa 10% und darüber. Ich hätte auf dem Steilstück gar keine Pause benötigt, blieb aber zum Photographieren stehen. Nach dieser Erfahrung hielt ich auch die Bewältigung der Großglockner Hochalpenstraße für problemlos möglich. Nach kurzem Aufenthalt auf der Passhöhe begab ich mich auf die Abfahrt Richtung Murau, wo ich mir ein Zimmer im Gasthof Moser auf dem Hauptplatz nahm.
Strecke: Admont (640) – Hall (626) – Liezen (664) – Weißenbach bei Liezen (654) – Döllach (646) – Ketten (644) – Aigen im Ennstal (652) – Irdning (673) – Altirdning (657) – Öblarn (668) – Stein an der Enns (694) – Großsölk (941) – St. Nikolai im Sölktal (1127) – Sölkpass (1790) – Schöder (901) – Murau (829)
Distanz: 105 km
Höhenmeter bergauf: 1360
19. September 2006

Gegen 9:00 Uhr verließ ich das Quartier und begab mich auf die Steigung aufs Niederalpl. Die Straße war zunächst eher flach und wurde dann allmählich steiler. Trotz starker Bewölkung regnete es nicht. Oberhalb von 1000 m Seehöhe begann es zu regnen. Ohne weitere Schwierigkeiten erreichte ich die Passhöhe auf 1220 m. Unterhalb von etwa 1000 m hörte der Regen wieder auf. Wahrscheinlich wäre es bei dem Wetter besser gewesen, über den 200 m niedrigeren Lahnsattel zu fahren. Da ich auf Regenhose und Gamaschen verzichtete, lief mir das Wasser in die Schuhe. Bald nach Gußwerk begann es wieder zu regnen. Ich fuhr das Salzatal abwärts und kehrte in Wildalpen zur Mittagspause ein. Die Steigungen zwischen Salzatal und Ennstal kamen mir diesmal weniger anstrengend vor, als die letzten Male. Vermutlich lag es an der nicht vorhandenen Hitze. Die Abfahrt hinunter ins Ennstal bei Mooslandl begann ich wegen der nassen Straße sehr vorsichtig. Erst weiter unten, wo es keine Kurven mehr gab und die Strecke gut einsehbar war, ließ ich es laufen. Trotzdem erreichte ich noch 78 km/h. In Admont nahm ich mir ein Zimmer in einer Frühstückspension. Aufgrund des Regenwetters gibt es von den ersten beiden Tagen nur wenig Bilder.
Strecke: Mürzsteg (782) – Niederalpl (1220) – Wegscheid (818) – Gußwerk (747) – Weichselboden (677) – Wildalpen (607) – Gams (539) – Radstatthöhe (637) – Mooslandl (531) – Hieflau (503) – Gstatterboden (569) – Admont (640)
Distanz: 116 km
Höhenmeter bergauf: 810
18. September 2006

Am Tag des Aufbruchs war das Wetter regnerisch. Um 11:00 Uhr war ich bereit zu starten, wartete aber noch eine Stunde, bis der Regen nachließ. Weil ich die Route über Hals, Haselrast bzw. Rohrer Sattel, Ochsattel und Gscheid in den letzten Jahren oft genug gefahren war, wählte ich diesmal einen völlig anderen Weg ins Mariazeller Land. So hatte ich auch erst einmal eine etwas längere, ebene Strecke zum Einrollen. Zwischen Leobersdorf und Wr. Neustadt regnete es wieder, ansonsten blieb ich trocken. Nach Wr. Neustadt kam ich, weil ich vergaß, bei der Heideansiedlung abzubiegen. Ursprünglich wollte ich über Bad Fischau fahren. Um dem schlimmsten Verkehr auszuweichen, fuhr ich dann wenigstens über Weikersdorf nach Neunkirchen. Bis Gloggnitz fuhr ich auf der Triester Straße. Zwischen Gloggnitz und Reichenau wurde der Verkehr schon weniger und nach der Abzweigung Richtung Preiner Gscheid verschwand er praktisch zur Gänze. Ab Gloggnitz schien sogar teilweise die Sonne. Der Höhenunterschied zwischen Reichenau und dem Preiner Gscheid ist etwa der gleiche wie zwischen Furth und dem Hocheck, allerdings auf die doppelte Distanz verteilt. Auf der Strecke bis zur Passhöhe benötigte ich mehrere Pausen und merkte, dass ich noch von der kürzlich überwundenen Krankheit (stärkere Verkühlung) geschwächt war. Oben auf 1070 m Seehöhe legte ich warme, trockene Kleidung an und begab mich auf die Abfahrt mit Geschwindigkeiten bis ca. 60 km/h. An der Straße von Kapellen Richtung Neuberg an der Mürz wurde offensichtlich gerade gearbeitet, jedenfalls war der Belag sehr schlecht und staubig. Da das Wetter immer noch instabil und auch für den nächsten Tag Regen angesagt war, entschied ich mich dafür, ein festes Quartier zu suchen. Außerhalb von Mürzsteg fand ich eine freie Ferienwohnung.
Strecke: Baden (228) – Sooß – Bad Vöslau (276) – Kottingbrunn – Leobersdorf – Matzendorf (287) – Wr. Neustadt (265) – Weikersdorf am Steinfelde (307) – Neunkirchen (371) – Wimpassing im Schwarzatale (395) – Grafenbach-St. Valentin – Köttlach (442) – Gloggnitz (457) – Payerbach (483) – Reichenau an der Rax (484) – Edlach an der Rax (540) – Prein an der Rax (680) – Preiner Gscheid (1070) – Kapellen (703) – Neuberg an der Mürz (730) – Mürzsteg (782)
Distanz: 106 km
Höhenmeter bergauf: 1030
4. September 2006

Nach mehreren Tagen auf einer Messe geht es mir meistens nicht besonders gut. Die Luft ist traditionell schlecht und viel zu trocken. Wenn ich nicht ausreichend Flüssigkeit zu mir nehme, neige ich zu angeschwollenen Beinen. Diesmal hat es mich schlimmer erwischt, als üblich. Offenbar hat mich jemand angesteckt, was bei vielen tausend Menschen, mit denen man zwangsläufig in Kontakt kommt, nicht weiter verwunderlich ist. Neben Halsweh, Schnupfen und Husten habe ich zumindest kurzzeitig auch Fieber. Das ist sicher nicht die Verfassung, in der ich über 2500 Meter hohe Alpenpässe fahren möchte. Ich entschließe mich daher, die geplante Alpentour abzusagen, nach einer weiteren Übernachtung in Friedrichshafen erst einmal nach Hause zu fahren und nach erfolgter Genesung entweder mehrere Tages- oder Zwei- bis Dreitagestouren zu fahren oder eventuell auch die Woche vor der bike&trimm im Salzburger Land zu verbringen. Zunächst fahre ich jedoch mit dem Rad bis Lindau, wo ich in den Zug steige. Trotz des schönen Wetters und kaum vorhandenen Steigungen komme ich nur sehr langsam vorwärts. Nach der Bahnfahrt bis Wien fahre ich mit dem Rad nach Hause.
Strecke: Friedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Wasserburg – Lindau; sowie Wien Westbahnhof – Vösendorf – Wiener Neudorf – Mödling – Guntramsdorf – Gumpoldskirchen – Pfaffstätten – Baden
Distanz: 57 km
Fahrrad: Batavus