Radtouren-Logbuch

Von der kurzen Trainingsfahrt bis zur großen Radreise.

Archiv für die Kategorie 'Etappen'

Mürzsteg – Niederalpl – Admont

19. September 2006

niederalpl

Gegen 9:00 Uhr verließ ich das Quartier und begab mich auf die Steigung aufs Niederalpl. Die Straße war zunächst eher flach und wurde dann allmählich steiler. Trotz starker Bewölkung regnete es nicht. Oberhalb von 1000 m Seehöhe begann es zu regnen. Ohne weitere Schwierigkeiten erreichte ich die Passhöhe auf 1220 m. Unterhalb von etwa 1000 m hörte der Regen wieder auf. Wahrscheinlich wäre es bei dem Wetter besser gewesen, über den 200 m niedrigeren Lahnsattel zu fahren. Da ich auf Regenhose und Gamaschen verzichtete, lief mir das Wasser in die Schuhe. Bald nach Gußwerk begann es wieder zu regnen. Ich fuhr das Salzatal abwärts und kehrte in Wildalpen zur Mittagspause ein. Die Steigungen zwischen Salzatal und Ennstal kamen mir diesmal weniger anstrengend vor, als die letzten Male. Vermutlich lag es an der nicht vorhandenen Hitze. Die Abfahrt hinunter ins Ennstal bei Mooslandl begann ich wegen der nassen Straße sehr vorsichtig. Erst weiter unten, wo es keine Kurven mehr gab und die Strecke gut einsehbar war, ließ ich es laufen. Trotzdem erreichte ich noch 78 km/h. In Admont nahm ich mir ein Zimmer in einer Frühstückspension. Aufgrund des Regenwetters gibt es von den ersten beiden Tagen nur wenig Bilder.

Strecke: Mürzsteg (782) – Niederalpl (1220) – Wegscheid (818) – Gußwerk (747) – Weichselboden (677) – Wildalpen (607) – Gams (539) – Radstatthöhe (637) – Mooslandl (531) – Hieflau (503) – Gstatterboden (569) – Admont (640)
Distanz: 116 km
Höhenmeter bergauf: 810

Baden – Preiner Gscheid – Mürzsteg

18. September 2006

preiner gscheid

Am Tag des Aufbruchs war das Wetter regnerisch. Um 11:00 Uhr war ich bereit zu starten, wartete aber noch eine Stunde, bis der Regen nachließ. Weil ich die Route über Hals, Haselrast bzw. Rohrer Sattel, Ochsattel und Gscheid in den letzten Jahren oft genug gefahren war, wählte ich diesmal einen völlig anderen Weg ins Mariazeller Land. So hatte ich auch erst einmal eine etwas längere, ebene Strecke zum Einrollen. Zwischen Leobersdorf und Wr. Neustadt regnete es wieder, ansonsten blieb ich trocken. Nach Wr. Neustadt kam ich, weil ich vergaß, bei der Heideansiedlung abzubiegen. Ursprünglich wollte ich über Bad Fischau fahren. Um dem schlimmsten Verkehr auszuweichen, fuhr ich dann wenigstens über Weikersdorf nach Neunkirchen. Bis Gloggnitz fuhr ich auf der Triester Straße. Zwischen Gloggnitz und Reichenau wurde der Verkehr schon weniger und nach der Abzweigung Richtung Preiner Gscheid verschwand er praktisch zur Gänze. Ab Gloggnitz schien sogar teilweise die Sonne. Der Höhenunterschied zwischen Reichenau und dem Preiner Gscheid ist etwa der gleiche wie zwischen Furth und dem Hocheck, allerdings auf die doppelte Distanz verteilt. Auf der Strecke bis zur Passhöhe benötigte ich mehrere Pausen und merkte, dass ich noch von der kürzlich überwundenen Krankheit (stärkere Verkühlung) geschwächt war. Oben auf 1070 m Seehöhe legte ich warme, trockene Kleidung an und begab mich auf die Abfahrt mit Geschwindigkeiten bis ca. 60 km/h. An der Straße von Kapellen Richtung Neuberg an der Mürz wurde offensichtlich gerade gearbeitet, jedenfalls war der Belag sehr schlecht und staubig. Da das Wetter immer noch instabil und auch für den nächsten Tag Regen angesagt war, entschied ich mich dafür, ein festes Quartier zu suchen. Außerhalb von Mürzsteg fand ich eine freie Ferienwohnung.

Strecke: Baden (228) – Sooß – Bad Vöslau (276) – Kottingbrunn – Leobersdorf – Matzendorf (287) – Wr. Neustadt (265) – Weikersdorf am Steinfelde (307) – Neunkirchen (371) – Wimpassing im Schwarzatale (395) – Grafenbach-St. Valentin – Köttlach (442) – Gloggnitz (457) – Payerbach (483) – Reichenau an der Rax (484) – Edlach an der Rax (540) – Prein an der Rax (680) – Preiner Gscheid (1070) – Kapellen (703) – Neuberg an der Mürz (730) – Mürzsteg (782)
Distanz: 106 km
Höhenmeter bergauf: 1030

Friedrichshafen – Lindau und Wien – Baden

4. September 2006

Lindau

Nach mehreren Tagen auf einer Messe geht es mir meistens nicht besonders gut. Die Luft ist traditionell schlecht und viel zu trocken. Wenn ich nicht ausreichend Flüssigkeit zu mir nehme, neige ich zu angeschwollenen Beinen. Diesmal hat es mich schlimmer erwischt, als üblich. Offenbar hat mich jemand angesteckt, was bei vielen tausend Menschen, mit denen man zwangsläufig in Kontakt kommt, nicht weiter verwunderlich ist. Neben Halsweh, Schnupfen und Husten habe ich zumindest kurzzeitig auch Fieber. Das ist sicher nicht die Verfassung, in der ich über 2500 Meter hohe Alpenpässe fahren möchte. Ich entschließe mich daher, die geplante Alpentour abzusagen, nach einer weiteren Übernachtung in Friedrichshafen erst einmal nach Hause zu fahren und nach erfolgter Genesung entweder mehrere Tages- oder Zwei- bis Dreitagestouren zu fahren oder eventuell auch die Woche vor der bike&trimm im Salzburger Land zu verbringen. Zunächst fahre ich jedoch mit dem Rad bis Lindau, wo ich in den Zug steige. Trotz des schönen Wetters und kaum vorhandenen Steigungen komme ich nur sehr langsam vorwärts. Nach der Bahnfahrt bis Wien fahre ich mit dem Rad nach Hause.

Strecke: Friedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Wasserburg – Lindau; sowie Wien Westbahnhof – Vösendorf – Wiener Neudorf – Mödling – Guntramsdorf – Gumpoldskirchen – Pfaffstätten – Baden
Distanz: 57 km
Fahrrad: Batavus

Runde bei Friedrichshafen

2. September 2006

aepfelbaeume

Nach zwei Messetagen habe ich einen gewissen Bewegungsdrang und fahre eine kleine Frühstücksrunde in der näheren Umgebung über Eriskirch, Ailingen, Brochenzell, Meckenbeuren und durch mehrere kleine Dörfer. Zwischen den Siedlungen liegen Wiesen, Wälder und Apfelbaumplantagen. Die unten genannte Distanz beinhaltet auch mehrere Fahrten zwischen Messegelände und Quartier.

Distanz: 49 km
Fahrrad: Batavus

Baden – Wien Westbahnhof

30. August 2006

Die Strecke beginnt, wie üblich, mit einer Radfahrt von Baden über die Triesterstraße und Altmannsdorfer Allee nach Wien zum Westbahnhof. Leider erreiche ich nicht den ursprünglich geplanten Zug mit Abfahrt um 17:30, was die Sache wieder etwas kompliziert macht. Es wäre der für heute letzte Zug nach Vorarlberg mit Fahrradmitnahme gewesen. Leider schafft es die ÖBB seit vielen Jahren nicht, einen Nachtzug von Wien nach Vorarlberg mit Fahrradmitnahme zu führen. Es gibt zwar täglich zwei Nachtzüge mit Autotransportwagen, die führen aber keine Gepäckwagen mit. Da ich auf der innerösterreichischen Strecke an diesem Tag mit Fahrrad nur noch bis Salzburg kommen würde und eine Verschiebung auf den nächsten Tag nicht in Frage kommt, entscheide ich mich, wie im Vorjahr mit dem Orientexpress bis Ulm zu fahren. Wenn ich am gleichen Tag wenigstens noch bis Innsbruck gekommen wäre, hätte ich am nächsten Tag eine kurze Bergetappe übers Kühtai eingeschoben, aber selbst das ist nicht mehr möglich. Ich überlege, ob ich, wie im Vorjahr, von Ulm bis Friedrichshafen mit dem Fahrrad fahren soll. In der Bahnhofsbuchhandlung halte ich nach geeigneten Landkarten Ausschau. Das Angebot ist jedoch weitgehend unbrauchbar. Auch einen Führer zum Donau-Bodensee-Radweg habe ich kurz in der Hand. Nachdem ich aber lese, dass auf diesem Radweg die Entfernung von Ulm bis Friedrichshafen 177 km beträgt, ist dieser Radweg für mich endgültig völlig indiskutabel (die kürzeste Strecke von Ulm bis Friedrichshafen sind ca. 100 km, meine Route vom Vorjahr waren 137 km). Schließlich fahre ich Rad, um Zielorte zu erreichen und nicht um möglichst große Umwege zu fahren. In Ulm entscheide ich mich, mit der Bahn bis Friedrichshafen zu fahren.

Distanz: 32 km
Fahrrad: Batavus

Dachstein Bergstraße

7. Mai 2006

Bergdohle

Wir mussten am Sonntag wieder relativ früh zurück sein und konnten daher kein volles Tagesprogramm absolvieren. Nach langer Überlegung entschieden wir uns dafür, die Dachstein-Bergstraße zu fahren, da wir sie noch nie gefahren waren und sie praktisch auf dem Heimweg lag. Die Bergstraße ist für motorisierte Fahrzeuge eine Mautstraße. Das unterste Stück ist das steilste, wir schätzten die Steigung auf 12 bis 14%. Danach wird es, nicht zuletzt aufgrund der größeren Anzahl an Kehren, etwas flacher. Die Straße ist gut ausgebaut und bis auf einige Frostschäden in gutem Zustand. Vorsicht ist bei den Weiderosten geboten. Ohne Probleme erreichten wir den höchsten Punkt mit der Talstation der Dachsteinsüdwand-Seilbahn. Nach einem Häferlkaffe in der Türlwandhütte und dem unvermeidlichen Füttern der Bergdohlen begaben wir uns auf die kurze Abfahrt.

Strecke: Ramsau, Gasthof Türlspitze (ca. 1200 m) – Hotel Türlwandhütte (1700 m) und gleiche Strecke retour
Distanz: 14 km
Höhenmeter: ca. 500
Fahrrad: Batavus

Großglockner Hochalpenstraße Mai 2006

6. Mai 2006

fuscher toerl

Da wir diesmal etwas weiter weg übernachtet hatten, begann die Strecke mit einer kurzen Anfahrt bis zur Glocknerstraße. Ich empfand es aber durchaus als angenehm, dass der Tag nicht gleich mit der Steigung anfing. Das Wetter war recht schön, teilweise bedeckt, aber wir hatten, bis auf ein paar Schneeflocken, keine Niederschläge. Die Straße war während der Bergfahrt trocken und nur bei der Abfahrt an einigen Stellen vom Schmelzwasser nass. Es gab nur sehr wenig motorisierten Verkehr, die Straße war auch erst zwei Tage vorher nach der Wintersperre wieder geöffnet worden. Ich hatte den Eindruck, mehr Radfahrer als Autos zu sehen. Nach vielen Jahren war ich diesmal wieder mit meinem Reiserad auf der Glocknerstraße, die Jahre zuvor hatte ich das Liegerad bzw. das MTB benutzt. Dadurch und aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr besseren Kondition war ich etwas schneller. Aus Interesse habe ich die Zeit von Fusch bis zur Edelweißspitze gemessen (ca. viereinhalb Stunden inklusive Pausen, die sich ab dem oberen Nassfeld gehäuft haben). Peter fuhr noch hinüber zum Hochtor, während Verena und ich auf der Edelweißspitze warteten. Es lag etwas mehr Schnee als im Vorjahr, aber weniger, als ich erwartet hatte. Bei der Abfahrt hatten wir strahlenden Sonnenschein und so gut wie keinen Verkehr. Viel besser geht es nicht mehr. Murmeltier haben wir heuer nicht ein einziges gehört oder gesehen. Offenbar liegen die noch unter der Schneedecke im Winterschlaf.

Strecke: Maishofen (764) – Thumersbach (760) – Bruck an der Glocknerstraße (755) – Fusch an der Glocknerstraße (813) – Ferleiten (1151) – Fuscher Törl (2430) – Edelweißspitze (2571) und gleiche Strecke retour.
Distanz: 85 km
Höhenmeter: ca. 1800
Fahrrad: Batavus

Glurns – Landeck und St. Pölten – Baden

12. September 2005

graun

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Innenstadt von Glurns begebe ich mich auf die Steigung zum Reschenpass. In Mals gerate ich irrtümlich auf die ausgeschilderte Radroutenführung und sammle unnötige Höhenmeter. In Burgeis fahre ich daher auf die Bundesstraße, die relativ gleichmäßig ansteigt. Die Radroute sei jenen Radfahrern empfohlen, die um jeden Preis das Fahren im Verkehr vermeiden wollen und dafür gerne eine teilweise nicht asphaltierte Berg- und Talbahn in Kauf nehmen. Zumindest heute zähle ich mich nicht zu jener Gruppe. Bei Graun sieht man den alten romanischen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert im Reschensee stehen. Er ist ein Mahnmal für die rücksichtslose Enteignung bei der Aufstauung des Sees in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Mehr Informationen dazu stehen in einem Artikel des Vinschgers. Über den Reschenpass geht es wieder nach Österreich. Die Abfahrt bis Pfunds ermöglicht zwar keine sehr hohen Geschwindigkeiten, aber ich bewege mich meist zwischen 40 und 60 km/h. Ab Pfunds ist die B180 völlig unverständlicherweise als Autostraße beschildert. Radfahrer werden auf eine Nebenstraße die Talflanke hinauf geschickt. Ich möchte eigentlich nur so schnell wie möglich nach Landeck und empfinde die Beschilderung als reine Pflanzerei. Ein objektiver Grund ist für mich nicht erkennbar. Bei der ersten legalen Möglichkeit fahre ich wieder auf die B180. In Landeck habe ich etwa eineinhalb Stunden Zeit bis zur Abfahrt des nächsten durchgehenden Zuges nach Wien. Aufgrund der Arlbergsperre beginnt der Zuglauf hier in Landeck und ich habe viel Zeit für das Einladen von Rad und Gepäck. Den Großteil der Bahnfahrt verbringe ich mit Zeitung lesen bzw. im Speisewagen. Gegen Mitternacht steige ich in St. Pölten aus. Ob ich die 25 km von Wien oder die 65 km von St. Pölten bis Baden mit dem Rad fahre, ist kein so großer Unterschied und von St. Pölten ist die Strecke schöner und die Bahnfahrt kürzer. Die Strecke von St. Pölten bis Baden kenne ich ganz gut und bin sie auch schon mehrfach nachts gefahren. Bis Böheimkirchen habe ich zunächst Rückenwind. Aus mir unbekannten Gründen ändert sich bei Böheimkirchen meist die Windrichtung. So auch diesmal. Also ab Böheimkirchen wieder einmal Gegenwind. Die Strecke führt mäßig auf und ab durch den Wienerwald. Nach Stössing kommt eine längere Steigung bis zum “Gasthaus zur frischen Luft”. Es folgt die Abfahrt bis Laaben und dann die 3 km lange Steigung mit ca. 200 Höhenmetern bis zum Forsthof. Danach geht es bis Baden zunächst stark und danach leicht bergab. Gegen 3:30 Uhr komme ich zu Hause an und beschließe diese alles in allem recht erfreuliche Radreise.

Strecke: Glurns (907) – Mals im Vinschgau (1051) – Schleis (1064) – Burgeis (1216) – St. Valentin auf der Haide (1470) – Graun im Vinschgau (1520) – Reschen (1525) – Reschenpass (1504) – Nauders (1365) – Pfunds (970) – Ried im Oberinntal – Prutz – Fließ – Landeck, sowie nach Bahnfahrt: St. Pölten (275) – Böheimkirchen – Kasten – Laaben (~350) – Forsthof (550) – Klausen-Leopoldsdorf – Alland – Mayerling – Sattelbach – Baden (230)
Distanz: 147 km
Höhenmeter: 900

Valdisotto – Glurns

11. September 2005

umbrail

Heute Morgen ist es noch stärker bewölkt, als an den Tagen zuvor. Noch während ich das Zelt abbaue, beginnt es zu regnen. Sowohl ein Campinggast, mit dem ich mich mit meinen spärlichen Italienisch-Kentnissen unterhalte, als auch der Wirt halten es für keine besonders gute Idee, heute auf das Stilfser Joch zu fahren. Die Wettervorhersage ist nicht sehr gut. Ich trinke einen Kaffee und warte, bis der Regen aufhört. Als es schließlich soweit ist, fahre ich los. Kurze Zeit später beginnt es wieder zu regnen. Bis Bormio bin ich einigermaßen nass. Ich kehre auf einen Cappuccino ein und der Regen hört bald wieder auf. Darauf beschließe ich, Richtung Stilfser Joch loszufahren und nötigenfalls noch ein paar regenbedingte Pausen einzulegen bzw. wenn nötig auch auf halber Höhe zu übernachten. Es gibt keinen anderen Weg zurück nach Österreich, der nicht ein ziemlich großer Umweg wäre. Immer wieder benötige ich während der Bergfahrt meine Pausen, versuche aber, sie möglichst kurz zu halten und stetig an Höhe zu gewinnen. Ohne neuerlichen Regen komme ich bis auf knapp über 2000m. Zwei Kehren vor einem mit “Bar”, “Zimmer frei” und “Nationalpark” beschilderten Haus beginnt es stärker zu regnen. Dort hätte ich ohnehin einkehren wollen, also mache ich das auch. Die einzige angebotene warme Speise ist Toast. Der Regen hört bald wieder auf und ich mache mich auf die letzten zehn Kilometer bzw. 650 Höhenmeter bis zum Passo dello Stelvio. Ab 2400m wird es relativ flach. Hier gibt es sehr viele Murmeltiere. Von rechts und links höre ich sie pfeifen. Ich erreiche die Abzweigung zum Umbrailpass und in die Schweiz. Da es nicht regnet und auch nicht so aussieht, als würde es gleich wieder beginnen und ich die paar Minuten Zeit habe, fahre ich auf den Umbrailpass und mache ein paar Fotos. Dann geht es die paar Meter wieder hinunter und weiter Richtung Stilfser Joch. Kurzzeitig kommt sogar die Sonne heraus. Vor der Passhöhe kommt noch eine Gruppe von zehn Kehren. Etwas mehr als fünf Stunden nach der Abfahrt in Bormio erreiche ich das Stilfser Joch. Nach dem Anziehen warmer Kleidung spaziere ich ein paar Minuten auf der Passhöhe herum. Ich besichtige das Fausto-Coppi-Denkmal und die Kapelle. Den Zirkus mit den Souvenierständen kenne ich schon. Danach verlasse ich die Lombardei endgültig und beginne die Abfahrt mit 48 Kehren auf der nebeligen südtiroler Seite. Leider ist der Belag sehr schlecht, sodass ich vor den Kehren auf 15 bis 20 km/h abbremsen muss. Beim Schild zum Campingplatz in Trafoi überlege ich kurz, setze aber die Abfahrt fort, da ich noch heute so weit wie möglich hinunter will. In Spondinig biege ich links Richtung Reschenpass ab. Etwas später bemerke ich in Schluderns die Beschilderung zum Campingplatz in Glurns und entscheide spontan, dort hin zu fahren. Es ist ein Viersterncampingplatz, der auf mich sehr nobel und etwas versnobt wirkt. Nie vorher sah ich einen Campingplatz mit Hundedusche.

Strecke: Valdisotto (1141) – Bormio (1225) – Umbrailpass (2504) – Passo dello Stelvio (2758) – Trafoi (1543) – Gomagoi (1260) – Prad am Stilfser Joch (915) – Spondinig – Schluderns (921) – Glurns (907)
Distanz: 63 km
Höhenmeter: 1800

Gaviapass

10. September 2005

gaviapass

Da der Gaviapass eines der Hauptziele dieser Tour ist und es mir auf einen Tag nicht ankommt, versuche ich noch einmal, die Passhöhe zu erreichen, ohne im starken Regen fahren zu müssen. Das Wetter sieht zwar nicht viel anders aus als am Vortag, aber es kann ja nicht viel mehr passieren, als dass ich wieder umdrehen muss. Ich bin schneller als gestern und versuche, die Pausen auf ein Minimum zu reduzieren. Ein flotterer Rennradfahrer überholt mich. Zwei weitere schließen auf, als ich eine Pause zum Fotografieren mache. Beide haben aerodynamische Carbonrahmen und Systemlaufräder. Danach fahren sie aber so erbärmlich langsam, dass ich beschließe, sie wieder abzuhängen. Bei dem einen ist das bald erledigt, mit dem anderen liefere ich mir eine Zeit lang ein “Duell”, bis er schließlich auf seinen Kollegen wartet. Sie sind anscheinend ziemlich am Limit mit ihren Übersetzungen. Da lobe ich mir mein drittes Kettenblatt. Wir sind gerade im steilsten Stück, das ist vermutlich jenes, das in der Karte mit 16% angegeben ist. Neben der Straße gibt es keine Steigungsangaben. Das letzte Stück oben beim Lago Bianco ist dann deutlich flacher. Ich komme ohne Regen bis zur Passhöhe auf über 2600 m. Die genaue Höhe ist strittig. Oben stehen mehrere Schilder, die von 2621 bis 2652 differieren. Meine Zeit für die Bergfahrt von Valdisotto bis auf den Gaviapass beträgt dreieinhalb Stunden. Oben sind einige Rad- und mehrere Motorradfahrer. Dafür, dass eigentlich Wochenende ist, ist aber eher wenig los. Es ist halt doch schon Nebensaison und das Wetter ist auch nicht so besonders gut. Nach einer kurzen Pause mit Cappuccino und Tiramisu fahre ich wieder hinunter. Kurz nach meiner Rückkehr zum Campingplatz in Valdisotto beginnt es wieder zu regnen.

Strecke: Valdisotto (1141) – Bormio (1225) – Santa Caterina Valfurva (1736) – Passo di Gavia (2621) – gleiche Strecke retour
Distanz: 65 km
Höhenmeter: 1600

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