Radtouren-Logbuch

Von der kurzen Trainingsfahrt bis zur großen Radreise.

Archiv für die Kategorie 'Etappen'

Leider nicht Gaviapass

9. September 2005

gavia

Das Zelt und der Großteil des Gepäcks bleiben vorerst in Valdisotto. Das Wetter ist leider nicht mehr so gut. Nachts hat es geregnet, auch tagsüber ist es bewölkt und jederzeit ist mit Regen zu rechnen. Trotzdem versuche ich, auf den Gaviapass zu fahren. In Santa Caterina Valfurva beginnt es zu tröpfeln. Ich möchte ohnehin gerade Mittagspause machen. Nach der Pause tröpfelt es noch immer, der Regen wird aber bald stärker. Da ich oberhalb von 2000 m sehr ungern bei Regen fahre (insbesondere bergauf), stelle ich mich unter und warte, bis der Regen wieder aufhört. Danach kann ich wieder eine Zeit lang fahren bis wieder Regen einsetzt. Dieser hört auch nach längerer Wartezeit nicht auf, worauf ich beschließe, umzudrehen. Mein Wendepunkt liegt auf ca. 2100 m. Bei dem Wetter hatte ich keine Lust, auf über 2600 m hinauf und wieder hinunter zu fahren. Es regnet die gesamte Strecke bis zurück zum Campingplatz und auch danach noch mehrere Stunden lang. Ich verstehe nun, warum man den Gaviapass als einen der schönsten der Alpen bezeichnet, auch wenn ich nur einen Teil davon gesehen habe. Oberhalb von Santa Caterina Valfurva ist recht wenig Verkehr. Die Straße ist eher eng und der Belag nicht besonders gut, aber die Landschaft rundherum ist sehenswert. Hierher werde ich sicher wieder kommen.

Strecke: Valdisotto (~1150) – Bormio (1225) – Santa Caterina Valfurva (1736) – Umkehrpunkt auf ca. 2100 – gleiche Strecke retour
Distanz: 51 km
Höhenmeter: 1095

Samedan – Valdisotto

8. September 2005

strassensperre

Der Tag beginnt mit der Steigung auf den Berninapass. Der nächste Campingplatz, zu dem ich gestern noch fahren wollte, ist etwa 7 Kilometer von dem in Samedan entfernt und liegt 100 bis 150 Meter höher. Das hätte ich gestern noch geschafft, aber es wäre mir ein Teil der Schönheit des Val Bernina wegen der Dunkelheit entgangen. Auch die Rhätische Bahn fährt über den Berninapass. Sie quert etwas unterhalb der Passhöhe auf ca. 2200 m. Anscheinend erreicht sie diese Höhe ausschließlich mit Reibung. Jedenfalls sehe ich auf den Streckenteilen, die parallel zur Straße führen, keine Zahnstangen. Schwerverkehr gibt es auch hier. Knapp unter der Passhöhe wird beim Lago Bianco Kies bzw. Schotter abgebaut. Die Gipfel sind mit Wolken verhangen, trotzdem sieht man Teile des Morteratschgletschers. Die Abfahrt ist kurz, nach einigen Kehren kommt die Abzweigung nach Livigno. Der Tiefpunkt zwischen den beiden Pässen liegt auf ca. 2000m. Die Straße auf den Forcola di Livigno ist enger und in schlechterem Zustand als die auf den Bernina. Das gesamte Livigno-Hochtal ist Zollausschlussgebiet. Es gibt eine (schweizer?) Grenzstation direkt nach der Abzweigung und je eine (italienische?) auf dem Forcola di Livigno und dem Passo di Foscagno. Kurz vor der Passhöhe des Forcola di Livigno gibt es eine biologische Straßensperre bestehend aus Schafen. Nach dem Passieren der Grenzstation auf der Passhöhe geht es hinunter nach Livigno. Ich sehe mir den Ort an, kaufe im “Supermarkt” ein und lasse die Benzinflasche meines Kochers betanken. Dann geht es weiter Richtung Passo d’ Eira. Der ist allerdings praktisch nirgends angeschrieben. Die Wegweisung geht nach Bormio bzw. auf den Passo di Foscagno. Auch auf dem Eirapass selbst gibt es nicht einmal eine richtige Tafel. Er wird nur auf einer Parkplatztafel und einem Busstationsschild erwähnt. Der Tiefpunkt nach der folgenden Abfahrt liegt wieder auf ca. 2000m. Die letzten 300 Höhenmeter auf den Foscagno sind schon etwas mühsam. Um ca. 19:00 bin ich auf der Passhöhe. Der Lohn für die Anstrengungen des Tages ist die Abfahrt mit 1100m Höhendifferenz bis Valdisotto.

Strecke: Samedan (~1700) – Berninapass (2330) – la Motta (~2000) – Forcola di Livigno (2315) – Livigno (1805) – Passo d’ Eira (2210) – Trepalle (~2000) – Passo di Foscagno (2291) – Valdidentro – Bormio (1225) – Valdisotto (~1150)
Distanz: 89 km
Höhenmeter: 1500

Tinizong – Samedan

7. September 2005

julierpass

Da ich gestern keine Möglichkeit mehr gefunden hatte, Lebensmittel einzukaufen, fehlt mir bald die Energiezufuhr. Bis Bivio muss ich fahren, um ein Restaurant zu finden und bestelle gleich ein Mittagsmenü. Über den Julierpass fährt ziemlich viel Verkehr, auch viel Schwerverkehr. Überholen ist aber kein Problem, da die Straße gut ausgebaut ist. Schließlich erreiche ich die Passhöhe auf 2284 Meter Seehöhe. Oben ist ein kleiner See und einer der anscheinend unvermeidlichen Souvenir-Kiosks. Die Abfahrt nach Silvaplana ist nett, wenn auch kurz im Vergleich zum Anstieg. Unten neben dem See kommt es mir kälter vor als oben auf dem Julierpass. St. Moritz ist schnell erreicht. Dort wimmelt es von Boutiquen, Juwelieren und ähnlichen Luxusartikel-Verkäufern. Ein Lebensmittelgeschäft oder Supermarkt ist aber schwer zu finden. Schließlich gelingt es mir. Nach dem Einkaufen besuche ich eine Pizzeria und genehmige mir ein Calanda Edelbräu. Danach fahre ich noch ein Stück weiter und übernachte auf dem Campingplatz von Samedan, der unmittelbar neben dem Kreisverkehr liegt, an dem die Straßen aus St. Moritz, Samedan und Pontresina aufeinander treffen. Der Capmingplatz liegt auf etwa 1700 m und ist sehr empfehlenswert. Das Wetter ist bis jetzt recht stabil und schön, zum Wochenende soll es aber, vor allem südlich der Alpen, etwas regnerisch werden.

Strecke: Tinizong (~1350) – Mulegns – Marmorera – Bivio – Julierpass (2284) – Silvaplana – St. Moritz – Samedan (~1700)
Distanz: 44 km
Höhenmeter: 1000

Chur – Tinizong

6. September 2005

hinterrhein

Von Chur geht es weiter Richtung Julierpass. Den Plan, über Lenzerheide zu fahren, habe ich fallen gelassen, um einige Hundert Höhenmeter zu sparen. Die Straße Richtung Thusis ist trotz parallel verlaufender Autobahn sehr stark befahren. Um dem Verkehr zumindest kurzfristig zu entgehen, folge ich einem Fahrrad-Wegweiser. Zunächst sieht der Weg auch recht gut aus (eben, asphaltiert, kein Verkehr). Bald jedoch beginnt Schotter und etwas später wird der Weg zur MTB-Strecke. Steigungen über 10% mit grobem Schotter. Zurückfahren will ich da auch nicht mehr, also kämpfe ich mich die ca. 100 Höhenmeter hinauf, was mir mit einigen Pausen gelingt. In weiterer Folge ist der Weg dann wieder ganz gut befahrbar, wenn auch nicht asphaltiert. Die Aussicht hinunter in das Hinterrheintal entschädigt für die Mühen. Der Weg führt weiter oben an der Talflanke entlang und erst kurz vor Thusis geht es wieder hinunter. Auf der Strecke von Thusis bis Tiefencastel gibt es mehrere Tunnel, wovon der erste für den Radverkehr gesperrt und großräumig zu umfahren ist. Vermutlich gibt es im Tunnel eine größere Steigung. Die weiteren Tunnel sind fast eben und nicht besonders lang und stellen daher kein Problem für den Radverkehr dar. Die Straße führt auf etwa 1000 Meter hinauf, bevor es wieder hinunter nach Tiefencastel geht. Nach dem Abendessen in Tiefencastel fahre ich noch rund 500 Höhenmeter weiter Richtung Julierpass. Bergauf komme ich langsamer vorwärts als erwartet, daher geht sich auch der Julierpass heute nicht mehr aus.

Strecke: Chur (595) – Thusis (713) – Tiefencastel (851) – Savognin – Tinizong (~1350)
Distanz: 55 km
Höhenmeter: 1000

Friedrichshafen – Chur

5. September 2005

romanshorn

Nach zwei Tagen auf der Eurobike hat der Urlaub erst richtig begonnen. Am Vormittag habe ich noch etwas in Friedrichshafen zu erledigen, danach fahre ich mit der Fähre über den Bodensee nach Romanshorn in die Schweiz. Meinen ursprünglichen Plan, den Westteil des Bodensees (Überlinger See) zu umrunden und über Konstanz zu fahren, verwerfe ich. Den eingesparten Tag verbringe ich lieber auf einem Alpenpass und bringe das radwegverseuchte Bodenseegebiet möglichst rasch hinter mich. Die Fähre benötigt für die Strecke von Friedrichshafen nach Romanshorn etwa 45 Minuten. Der Fahrpreis beträgt EUR 6,20 für mich und EUR 4,00 für mein Fahrrad. Nach der Überfahrt geht es auf dem Rad weiter Richtung Rorschach. In Staad genehmige ich mir am frühen Nachmittag eine Pizza im Gastgarten des Hotels “Weisses Rössli” direkt am Bodensee. Beim Rheinspitz verwende ich für ein kurzes Stück den Bodenseeradweg, weil ich mir den Flughafen Altenrhein aus der Nähe ansehen will und die Radroutenführung direkt daran vorbeiführt. Später bin ich dann froh, wieder vom Radweg weg zu sein und fahre auf der Straße Nr. 13 über Rheineck, St. Margrethen und Altstätten. Dann zweige ich ab nach Oberriet, fahre bei Meiningen über die Grenze nach Österreich und weiter bis Feldkirch. Nach einem Einkauf und der Erledigung einiger Telefonate zum günstigeren Inlandstarif verlasse ich Österreich wieder Richtung Liechtenstein. Weiter geht es über Schaan, Vaduz und Triesen. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Bei Balzers verlasse ich Liechtenstein und erreiche wieder die Schweiz. Vor mir liegen 250 Höhenmeter hinauf nach St. Luzisteig. Insgeheim hoffe ich, irgenwo auf diesem Berg einen ruhigen Platz zum Aufstellen meines Zeltes zu finden. Der Berg entpuppt sich jedoch als Militär-Anlage. Bei nahezu jeder Abzweigung von der Hauptroute steht eine Fahrverbotstafel. Oben fährt man sogar durch die Kaserne. Die Abfahrt ist großteils Baustelle. Ich fahre weiter über Maienfeld, Igis, Zizers bis Chur, wo sich schließlich ein Campingplatz findet.

Strecke: Neue Messe – Friedrichshafen; Romanshorn – Rorschach – Staad – Altenrhein – Rheineck – St. Margrethen – Altstätten – Oberriet – Meiningen – Feldkirch – Tisis – Schaanwald – Nendeln – Schaan – Vaduz – Triesen – Balzers – St. Luzisteig – Maienfeld – Landquart – Igis – Zizers – Chur.
Distanz: 127 km
Höhenmeter: 725

Ulm – Friedrichshafen

2. September 2005

wasserscheide

Ankunft 2:51 Uhr in Ulm. Da ich auf den Anschlusszug Richtung Friedrichshafen einige Stunden warten hätte müssen, fahre ich gleich mit dem Rad weiter. Aufgrund einer Anfrage in der Newsgroup de.rec.fahrrad weiss ich, dass die B30, die eigentlich die direkteste Verbindung nach Friedrichshafen wäre, eine reine Kraftfahrstraße ist. Daher suche ich mir eine alternative Route, die einerseits gut beschildert und andererseits weit genug von der B30 entfernt ist, um nicht durch auto-zentrierte Wegweisung wieder auf die B30 geschickt zu werden. Radweg-Suchereien mag ich schon tagsüber nicht, bei Dunkelheit verbietet sich das sowieso. Ich wähle die B311 bis Ehingen und anschließend die B465 bis Biberach. Die Strecke ist leicht zu finden und gut befahrbar. Der Schwerverkehrsanteil ist recht hoch, was aber kein Problem darstellt. In der Ferne sehe ich immer wieder Wetterleuchten, höre jedoch keinen Donner. Das Gewitter ist offenbar sehr weit weg. Nach dem Überfahren einer höheren Kuppe kann ich erstmals einzelne Blitze unterscheiden. Die Donner werden auch langsam lauter. Um ca. 5:00 Uhr beginnt es zu regnen. Ich stelle mich unter einer Brücke unter und nachdem der Regen länger nicht nachlässt, baue ich das Zelt auf, um etwas Schlaf nachzuholen. Gedacht hatte ich an zwei bis drei Stunden, aber ich schlafe bis nach Mittag. Mittlerweile scheint die Sonne. Nach Biberach ist die Strecke nicht mehr so geradlinig. Ich fahre über Bad Schussenried, Aulendorf und Altshausen. Ravensburg komme ich näher, als ich eigentlich wollte. Ich gelange über Ailingen zum Messegelände, ohne in das Zentrum von Friedrichshafen fahren zu müssen und bleibe beim temporären Campingplatz hinter dem Parkplatz Ost.

Strecke: Ulm – Erbach – Ehingen – Biberach an der Riß – Ingoldingen – Bad Schussenried – Aulendorf – Altshausen – Horgenzell – Ailingen – Neue Messe (Friedrichshafen)
Distanz: 137 km
Höhenmeter: 675

Baden – Wien Westbahnhof

1. September 2005

Die Reise beginnt mit einer Fahrt nach Wien zum Westbahnhof. Mit dem Rad samt Reisegepäck steige ich ungern um, daher fahre ich lieber mit dem Rad nach Wien. Es herrscht, wie tageszeitlich bedingt zu erwarten, viel Verkehr. Meine Fahrzeit beträgt ca. eine Stunde und 15 Minuten. Schon vor längerer Zeit hatte ich mich für die Fahrt über München und Ulm entschieden, da die ÖBB es seit Jahren nicht schaffen, einen Nachtzug von Wien nach Vorarlberg mit Fahrradmitnahme-Möglichkeit zu führen. Aufgrund der aktuellen Situation mit der Unterbrechung der Arlbergbahn durch Hochwasserschäden wäre es jetzt anders auch nicht sinnvoll möglich gewesen. Die planmäßige Abfahrt des Orientexpress ist um 20:34. Ob der Zug immer so lang ist, weiss ich nicht. Möglicherweise wurde er verlängert, da viele Leute wegen der gesperrten Arlbergstrecke über München fahren. Ich muss zum ersten Waggon, der weit ausserhalb der Bahnsteigüberdachung steht. Der französische Waggon hat ein Abteil ohne Sitze, das für die Fahrräder reserviert ist. Um das Rad in den Waggon hinein zu bringen, muss ich alle Taschen abnehmen, aber Zeit genug habe ich ja. Im gleichen Waggon fährt ein französisch sprechendes Paar mit Fahrrädern. Sie steigen ebenfalls in Ulm aus und wollen nach Donaueschingen. Wir verständigen uns auf Englisch. Während der Zugfahrt bis Ulm schlafe ich nur wenig. Einen Liegewagen hatte ich nicht genommen, da ich vor 3:00 Uhr wieder aussteige.

Distanz: 25km

Rauriser Tal

15. Mai 2005

seidelwinkeltal

Eigentlich wollten wir das Seidlwinkltal nach hinten fahren, aber es war schon nach fünf Kilometern wegen Lawinengefahr gesperrt. Was wir bis dorthin gesehen hatten, war aber schön genug, um irgendwann wieder zu kommen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als umzudrehen. Wie schreibt man das eigentlich richtig? Ich habe bisher “Seidlwinkltal”, “Seidlwinkeltal”, “Seidelwinkltal” und “Seidelwinkeltal” gesehen. Nach einer Besichtigung des Campingplatzes in Wörth, der für manche zukünftige Unternehmungen strategisch günstiger liegen könnte als der in Fusch, fuhren wir das Rauriser Tal aufwärts. Es steigt mäßig an, richtig steil sind erst die letzten paar Kilometer vor Kolm Saigurn, die auch Mautstraße sind. Was wir am Fuß der Mautstraße zunächst für einen weiteren Campingplatz gehalten hatten, entpuppte sich als das Internationale Sonnblickturnier der Jagdbogenschützen. Nach Durchfahrung der Mautstraße fuhren wir trotz Regens auch noch die nicht asphaltierte Straße bis zum Naturfreundehaus. Dort kehrten wir erst einmal ein. Zu Beginn der Abfahrt versuchte ich noch, möglichst sauber zu bleiben, dachte mir dann aber “lieber dreckig als langsam” und ließ es rollen. Der Regen hörte dann auch bald auf und wir waren schnell wieder zurück in Wörth.

Strecke: Wörth – Seidlwinkltal – Wörth – Kolm Saigurn – Naturfreundehaus – Wörth
Distanz: 47 km
Höhenunterschied: ca. 500 m
Fahrrad: Trek

Großglockner Hochalpenstraße Mai 2005

14. Mai 2005

sany0080
Es ist immer wieder sehr reizvoll, die Glocknerstraße kurz nach der Schneeräumung zu befahren. Im Sommer oder Herbst ist von dem vielen Schnee nichts mehr zu sehen. Die Vorbereitung war heuer bei mir sicher eher mangelhaft aber mit entsprechend niederem Tempo und mehreren Pausen machte ich mir keine Sorgen, nicht hinauf zu kommen. So war es dann auch. Im oberen Drittel war die Energie weitgehend verbraucht, da haben sich die Pausen ziemlich gehäuft, aber ich bin gut hinauf gekommen. So viele Murmeltiere wie diesmal hatte ich noch nicht gesehen bzw. gehört. Das Wetter war gut, nur während der Talfahrt hat es zeitweise getröpfelt.

Strecke: Campingplatz Fusch – Fuscher Törl – Edelweißspitze und gleiche Strecke retour
Distanz: 44 km
Höhenunterschied: ca. 1800 m
Fahrrad: Trek

Saint Martin du Var – Menton

17. August 1993

menton agave

Der starke Wind belästigte uns beim Schlafen und mahnte zum frühen Aufbruch. Auf den restlichen 30 km bis Nizza betrug die mittlere Geschwindigkeit 35 km/h. Angesichts des herrschenden Verkehrs waren wir froh, den Großteil der Strecke nachts zurückgelegt zu haben. Es war schwierig, nicht auf die Autobahn zu gelangen. Nizza wollten wir so schnell wie möglich hinter uns lassen und wir fuhren entlang der Küste Richtung Osten. Leider folgten wir dann der Beschilderung nach Monaco, was uns einen unerwarteten Berg mit 300 Höhenmetern bescherte. In Monaco machten wir den entsprechenden Makler ausfindig, erfuhren aber, daß die Wohnung der Tante von Alex gerade nicht frei war. So mußten wir ein anderes Quartier finden. Da Monaco ziemlich überfüllt schien, fuhren wir weiter bis Menton und hofften, dort einen nicht restlos belegten Campingplatz zu finden. In Menton besorgten wir uns erst einmal was zu essen und begaben uns dann an den Strand der Cote d’Azur. Wir ruhten uns aus, schwammen im Meer und schrieben Karten. Am späteren Nachmittag machten wir uns auf die Suche nach dem Campingplatz. Dieser befand sich natürlich wieder auf einem Berg. Wir ergatterten sozusagen die letzten freien Quadratmeter, bauten das Zelt auf und füllten das Gepäck mit Ausnahme der Wertsachen ein. Zum Besorgen des Abendessens fuhren wir noch einmal hinunter in die Ortschaft. Ich war fasziniert von der mediterranen Vegetation. Eine blühende Agave mit einem ohne Übertreibung sechs Meter hohen Blütenstand beeindruckte mich am meisten.

Distanz: 76 km

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