8. September 2009

Mein Zelt steht morgens wieder lange im Schatten. Bis ich weg komme, ist es 11:00 Uhr. Die Steigung auf den Umbrailpass beginnt unmittelbar bei der Ausfahrt des Campingplatzes. Zunächst ist die Straße bestens asphaltiert und ich frage mich, ob das bis zur Passhöhe so bleibt. Bei meiner letzten Befahrung (1993) gab es noch ein Stück mit Schotter, an dessen Länge und Lage ich mich nicht mehr genau erinnern kann. Auf ca. 1800m Seehöhe kommt dann, was kommen musste. Zum Glück reicht das nicht geteerte Stück der Straße nur bis auf ca. 2000m. Die Länge habe ich nicht beachtet, aber es werden wohl etwas über 2km sein. Danach gibt es wieder durchgehend Asphalt. Durch die etwas größere Steigung im Vergleich zu den letzten gefahrenen Pässen kann ich meine in den letzten Tagen beobachtete Steigungsrate von ca. 200m pro Stunde (inkl. Pausen) etwas übertreffen. Schließlich erreiche ich den Umbrailpass, wo ich eine Gruppe anderer Radfahrer fotografiere und mich fotografieren lasse.
Das eigentliche Ziel des heutigen Tages ist Bormio, jedoch käme es für mich niemals in Frage, Richtung Bormio abzufahren, ohne vorher auf dem Stilfser Joch gewesen zu sein. Die restlichen 250 Höhenmeter sind anstrengend und ich brauche viele Pausen, da meine Oberschenkelmuskulatur permanent übersäuert ist. Doch auch langsam kommt man ans Ziel. Auf der Passhöhe des Passo dello Stelvio ziehe ich warme und winddichte Bekleidung über, packe meine wichtigsten Sachen in den Rucksack und sperre das Rad ab. Danach gehe ich zur Tibet-Hütte. Alleine der Ausblick auf die Serpentinen der südtiroler Seite der Straße ist diesen kurzen Weg wert. Nach einer kleinen Stärkung gehe ich wieder hinunter zur Passhöhe und auf der anderen Bergflanke zur Dreisprachenspitze. Hier verlief eine der Fronten des ersten Weltkriegs. Italiener, Österreicher und Schweizer, die ihr neutrales Territorium zu verteidigen hatten, trafen hier aufeinander. Reste der Stellungen sind noch zu sehen. Nachdem ich mich informiert und einige Fotos gemacht habe, gehe ich wieder hinunter zu meinem Fahrrad. Um 19:19 beginne ich die Abfahrt Richtung Bormio. Es sind nur noch sehr wenige Fahrzeuge unterwegs. Ich versuche gar nicht, besonders schnell zu fahren, sondern genieße einfach die Abfahrt. So bleibt die Höchstgeschwidigkeit bei 68 km/h. Ich erreiche Bormio mit dem letzten Tageslicht und fahre gleich weiter Richtung Cepina. Kurz darauf erreiche ich den mir bereits bekannten Campingplatz und nach Zelt aufstellen und Duschen erfreue ich mich an der wohlverdienten Pizza und einem Glas Rotwein.
Strecke: Campingplatz Santa Maria (~1420) – Umbrailpass (2503) – Stilfser Joch (2758) – Bormio (1225) – Cepina (Valdisotto) – Campingplatz “Cima Piazzi” (1118)
Höhenmeter: ca. 1350
Distanz: 44 km
7. September 2009

Nach einer kalten Nacht bleibe ich bis 9:00 im Zelt, da ich nicht merke, wie spät es ist, weil die Sonne so lange hinter den Bergen bleibt. Nachdem die Sonne heraus kommt, ist auch das Zelt bald trocken und während ich den Vortageseintrag für den Blog schreibe, trocknet auch die Zeltunterlage. Um ca. 10:00 breche ich auf. Es fehlen noch ca. 250 Höhenmeter bis zur Passhöhe des Flüelapasses. Es ist weniger Verkehr, als ich befürchtet hatte. Vor der Passhöhe sehe ich wieder das Paar auf dem Tandem, das mich gestern schon auf dem Wolfgangpass überholt hatte.
Auf dem Flüelapass esse ich eine Bündner Gerstensuppe und trinke einen Cappuchino. Danach geht es hinunter nach Susch und leicht bergauf weiter bis Zernez. Dort beginnt die Steigung auf den Ofenpass. Große Stücke der Ofenpassstraße sind Baustelle, da sie einen neuen Belag und auch eine neue Unterkonstruktion bekommt. Es gibt mehrere einspurige Teilstücke, zum Teil mit Ampel, zum Teil manuell geregelt. Als bergauf fahrender Radfahrer liege ich aber ohnehin außerhalb jeder Regelung, da ich es nicht schaffe, innerhalb der kurzen Grünphasen die entsprechenden Teilstücke zu bewältigen. Im Zweifelsfall warte ich am rechten Fahrbahnrand. Ich benötige ohnehin viele Pausen. Die Einspurregelung hat den Vorteil, dass zwischendurch manchmal minutenlang gar kein Fahrzeug an mir vorbei fährt. Von Ova Spin geht es wieder ca. 150 Höhenmeter hinunter. Neben dieser größeren gibt es auch mehrere kleinere Abfahrten. So verliere ich wieder einen Teil der mühsam erarbeiteten Höhenmeter.
Letztlich erreiche ich die Passhöhe kurz nach 18:00. Ich beschränke meinen Aufenthalt auf die Zeit, die ich zum Fotografieren und Anziehen benötige. Fast den ganzen Tag ist es in der Sonne sehr heiss gewesen, während die Lufttemperatur gar nicht so hoch ist. Die Abfahrt Richtung Santa Maria liegt völlig im Schatten und es ist empfindlich kühl. Ich bin froh, die lange Hose und die Jacke übergezogen zu haben. Der Campingplatz in Santa Maria liegt etwas außerhalb, aber in einer für mich günstigen Richtung. So spare ich mir morgen ein paar Höhenmeter Richtung Umbrailpass.
Strecke: (2130) – Flüelapass (2383) – Susch (1426) – Zernez (1472) – Ova Spin (1850) – Punt la drossa (1709) – Ofenpass (2149) – Fuldera (1638) – Sta. Maria in Müstair (1375)
Distanz: 59 km
Höhenmeter: ca. 1100
6. September 2009

Für die Übernachtung zahle ich 11 Euro. Das dürfte im Moment der Standardtarif für Radfahrer mit Zelt sein. Auch auf den Campingplätzen in der Schweiz und in Italien zahle ich ziemlich dasselbe. Die Fahrt beginnt mit der Steigung nach St. Luzisteig. Da das dortige Militärmuseum nur Samstag nachmittags geöffnet ist, fällt eine Besichtigung aus. Nach der kurzen Abfahrt zweige ich Richtung Klosters/Davos ab. Auf der Straße Nr. 28, die den restlichen Weg des heutigen Tages bildet, ist abschnittweise Radfahrverbot ausgeschildert. Das ist aber nicht weiter schlimm, da es sich großteils um eine neue Trasse handelt und das Radfahren mit wenig sonstigem Verkehr auf der alten Straße möglich ist. Die Umwege halten sich in Grenzen.
Auf einem Rastplatz zwischen Klosters und Davos mit Blick auf den Silvrettagletscher unterhalte ich mich mit einem 84-jährigen ehemaligen Busfahrer aus der Schweiz. Unmittelbar vor Davos überquere ich den Wolfgangpass, mit dem ich gar nicht gerechnet habe, da ich ihn bisher auf der Karte übersehen hatte. Die Abfahrt nach Davos ist kurz (keine 100 Höhenmeter). Eigentlich wollte ich in Davos übernachten. Auf meiner Karte ist ein Campingplatz eingezeichnet und auf der Karte bei der Touristinformation sind es sogar zwei. In der Realität finde ich aber keinen der beiden an den entsprechenden Orten.
Da ich aber morgen über den Flüelapass und den Ofenpass fahren möchte, ziehe ich es ohnehin vor, heute noch einige hundert Höhenmeter zurückzulegen, um morgen nicht ganz so viel bergauf fahren zu müssen. Daher fahre ich nach einer Pause beim See weiter Richtung Flüelapass. Ich verlasse Davos um 19:30 und fahre weiter hinauf als geplant, da es einerseits bei gemütlicher Fahrt ganz gut läuft und ich andererseits keine geeignete Übernachtungsmöglichkeit finde. Als ich mich schon mit dem Gedanken anfreunde, heute noch über die Passhöhe zu fahren, wird es mir dann doch zu kalt und ich werde zu müde. So stelle ich mein Zelt bei einem größeren Parkplatz auf ca. 2130m Seehöhe auf. Die Nacht ist kalt (abends 1,0 und morgens 1,3 Grad) und mit dem dünnen Leichtschlafsack an der Grenze. Ich beschließe, auf dieser Reise nicht mehr so hoch im Freien zu übernachten.
Strecke: Camping “Auf der Säge” (~500) – Balzers (674) – Sankt Luzisteig (713) – Maienfeld (518) – Landquart – Schiers (660) – Klosters (1124) – Wolfgangpass (1626) – Davos (1560) – Flüelapass-Straße (2130)
Distanz: 74 km
Höhenmeter: 2000
5. September 2009

Nach dem Abbau des Zeltes und dem Frühstück im Vereinsheim des SC Friedrichshafen fahre ich etwa gegen 10:00 Uhr los. Obwohl ich die Strecke zwischen Friedrichshafen und Bregenz schon mehrfach gefahren bin, habe ich bisher noch nicht den für meinen Geschmack optimalen Weg gefunden. Die B31 bietet eine ziemlich geradlinige, flott zu fahrende Verbindung, ist jedoch abschnittweise als Kraftfahrstraße ausgeschildert. Die diversen Nebenstraßen und Radwege bieten das übliche Zick-Zack mit wechselnder Belagsqualität und erschweren das Vorwärtskommen. Auf einigen Umwegen erreiche ich Lindau, wo ich den kleinen Umweg zur Insel fahre, um ein wenig zu fotografieren und den Schiffen beim Anlegen zuzusehen. Auf einem Abstellgleis des Lindauer Hauptbahnhofs steht ein Waggon der Lindauer Modellbahngruppe. Ob er das Vereinsheim beherbergt, oder ein von den Modellbahnern gebautes Modell im Maßstab 1:1 ist, ist nicht sofort ersichtlich.
Bei Hörbranz erreiche ich Österreich und in Bregenz kaufe ich Lebensmittel fürs Wochenende ein. Die Fahrt geht weiter Richtung Feldkirch, zunächst auf der B203, danach auf dem Rad-/Fußweg unmittelbar entlang des Rheins. Auf einer Rastbank mache ich eine längere Pause. Nach einer ausgiebigen Stärkung fahre ich weiter talaufwärts. Das Wetter ist sehr angenehm und ich habe fast den ganzen Tag Rückenwind. Kurz nach der Durchfahrt durch Feldkirch verlasse ich Österreich wieder Richtung Liechtenstein. Diesmal passt die Tageszeit und die zurückgelegte Tagesstrecke, um erstmals in Liechtenstein zu übernachten. Die Strecke durch Schaan, Vaduz und Triesen ist nicht sehr angenehm zu fahren, da häufig Gehsteigradwege und Radstreifen vorhanden sind. Kurz nach Triesen erreiche ich die Abzweigung zum Campingplatz “Auf der Säge”. Die Rezeption ist zwar schon geschlossen, aber zum Glück ist es hier, wie auf den meisten Campingplätzen in der Schweiz so, dass man sich einfach einen Stellplatz suchen und am nächsten Tag zahlen kann.
Strecke: Friedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Lindau – Hörbranz – Bregenz – Hard – Lustenau – Diepoldsau – Feldkirch – Mauren – Schaanwald – Nendeln – Schaan – Vaduz – Triesen – Camping “Auf der Säge”
Distanz: 105 km
5. September 2009

Nach meinem Besuch bei der Eurobike in Friedrichshafen, zu der ich diesmal die gesamte Strecke mit der Bahn angereist bin, lasse ich es mir nicht nehmen, die geographisch günstige Lage als Startpunkt für meine Urlaubsradreise zu verwenden. Die diesjährige Urlaubstour ist irgendwie eine Vervollständigungstour. Von den drei wichtigen Übergängen zwischen Rheintal und Engadin fehlt mir noch der Flüelapass. Auf dem Stilfser Joch war ich zwar bereits zweimal, aber die Variante über den Umbrailpass hinauf und die Abfahrt nach Bormio fehlen mir noch. Ebenso fehlt mir noch das Timmelsjoch von der italienischen Seite. Daraus ergibt sich in Verbindung mit ein paar neuen und einigen bereits bekannten Pässen eine nette Route. Die angegebenen Höhenmeter sind Mindestwerte, die sich aus Subtraktion der Seehöhen von markanten Hoch- und Tiefpunkten ergeben. Rechnet man alle kleineren Hügel mit, ergeben sich höhere Werte.
Fahrrad: Batavus Randonneur
24. August 2009
Am Abend fuhr ich eine kleine Runde über die Einöde. Da sie mir zu kurz war, hängte ich noch eine Schleife über Oeynhausen an.
Strecke: Baden – Pfaffstätten – Einöde – Siegenfeld – Baden – Haidhof – B17 – Oeynhausen – Tribuswinkel – Pfaffstätten – Baden
Distanz: 28 km
Fahrrad: Batavus
25. Juli 2009
Peter und ich wollten eigentlich aufs Hocheck fahren. Kurz nach Gainfarn begann es jedoch ziemlich stark zu regnen. Da wir auch starken Gegenwind hatten, kehrten wir um. Der Regen wurde schwächer und wir fuhren noch die Runde über Siegenfeld und die Einöde.
Strecke: Baden – Sooß – Bad Vöslau – Gainfarn – Bad Vöslau – Sooß – Baden – Siegenfeld – Einöde – Pfaffstätten – Baden
Distanz: ca. 30 km
Fahrrad: Batavus
24. Juli 2009
Zur Abholung eines bestellten Computerteils fuhr ich über die Weinbergstraße nach Mödling, um Versandkosten und -zeit zu sparen.
Strecke: Baden – Pfaffstätten – Gumpoldskirchen – Mödling, und gleiche Strecke retour
Distanz: 23 km
Fahrrad: Batavus
17. Mai 2009

Auch heuer ließen wir uns nicht davon abhalten, die Großglockner Hochalpenstraße an einem der frühesten Termine zu befahren. Aufgrund der starken Schneefälle im vergangenen Winter war mit sehr hoher Schneelage neben der Straße zu rechnen. Letztlich stellte sich heraus, dass das durchgehend warme Wetter in den Monaten April und Mai für so starkes Abschmelzen gesorgt hatte, dass die Schneelage kaum beeindruckender war als in den vergangenen Jahren. Einzig zwischen Fuscher Törl und Hochtor waren noch höhere Schneewände zu sehen.
Wegen der für Samstag vorhergesagten Niederschläge entschieden wir uns, diesmal erst Samstag nach Fusch anzureisen und die Bergfahrt am Sonntag zu unternehmen. Diese Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus. Bei der Anfahrt am Samstag Nachmittag regnete es noch, vor allem in der Steiermark. Am Sonntag hatten wir jedoch bestes Wetter, fast schon ein bisschen zu warm.
Wir fuhren wie üblich beim Campingplatz in Fusch los. Ich hatte etwas Probleme, direkt mit der Steigung zu beginnen und nahm mir vor, in Zukunft zuerst zum 0,0-km-Stein in Bruck und wieder zurück zu fahren, um vor der Steigung besser aufgewärmt zu sein. Beim Piffkar warteten wir traditionell bis alle da waren. Beim Fahren in der Steigung ist man in der Regel alleine, da muss man den eigenen Rhythmus finden. Schon vorher war mir der relativ starke Wind negativ aufgefallen, aber auf Höhe der alpinen Naturschau wurde er kurzzeitig so stark, dass ich mich nicht auf dem Rad bzw. auf der Straße halten konnte, was mich zu einer kurzen Pause zwang. Danach ging es wieder besser.
Verena fuhr direkt zur Edelweißspitze während Peter und Gerald zum Hochtor fuhren. Ich entschied mich dann auch zunächst fürs Hochtor, weil ich dort schon länger nicht gewesen war. Bei der Rückfahrt vom Hochtor zum Fuscher Törl wurde mir klar, dass 2000 Höhenmeter genug für mich waren und ich verzichtete diesmal auf die Fahrt zur Edelweißspitze. Wir trafen einander wieder auf dem unteren Parkplatz beim Fuscher Törl. Die Abfahrt war schön wie immer, der Verkehr hielt sich in Grenzen. Meine Höchstgeschwindigkeit betrug 83 km/h.
Strecke: Fusch (813) – Ferleiten (1151) – Piffkar – Fuscher Törl (2428) – Fuscher Lacke (2262) – Hochtor (2504) und zurück
Distanz: 53 km
Höhenmeter: über 2000
Fahrrad: Batavus
12. Mai 2009

Da ich mir vorgenommen hatte, wenigstens eine längere Ausfahrt pro Woche zu unternehmen und mir dabei nicht immer wichtig ist, wohin ich fahre, entschied ich mich nach Schattendorf im Burgenland zu fahren, um einen bestellten Artikel abzuholen und Portokosten zu sparen. Als ich in Baden los fuhr, war es bewölkt aber es regnete nicht. Das änderte sich ab Tattendorf. Den Rest der Strecke hatte ich meistens Regen, wenn auch nicht stark. Meistens tröpfelte es nur etwas stärker. Die Rain-Legs bewährten sich sehr gut. Sie schützen Oberschenkel und Knie vor dem Regen, aber dadurch, dass sie nach unten offen sind, gibt es keinen Wärmestau. Der burgenländische Teil der strecke war etwas hügelig, aber nicht so stark, dass es sich lohnen würde, die Seehöhen der Ortschaften und die zurückgelegten Höhenmeter zu notieren. Bis Schattendorf benötigte ich ca. 2 Stunden, retour fuhr ich, nicht zuletzt aufgrund des Windes, etwas langsamer. Anschließend hatte ich noch einen Weg innerhalb Badens zu erledigen. Da ich den unmittelbar danach fuhr, habe ich die zurückgelegten Kilometer dazu gezählt.
Strecke: Baden – Pfaffstätten – Tribuswinkel – Oeynhausen – Tattendorf – Pottendorf – Landegg – Hornstein – Müllendorf – Wulkaprodersdorf – Siegendorf – Zagersdorf – Draßburg – Baumgarten – Schattendorf und gleiche Strecke retour
Distanz: 105 km
Fahrrad: Batavus