Stein an der Enns – Flattnitz

Der folgende dritte Tag bescherte uns zunächst den Sölkpaß, einen Übergang zwischen Enns- und Murtal mit einer Seehöhe von 1788 Metern. Die Steigung war zuerst recht gering und erst auf den letzten drei Kilometern etwa 12%. Die Angabe von 17% auf meiner Karte erwies sich glücklicherweise als falsch. Wie ich später feststellen konnte, ist die Steigungsangabe auch in der neuen Auflage nicht mehr enthalten. Unweit der Paßhöhe kochten wir Suppe. Von der Abfahrt ist mir vor allem die enge Straße und der schlechte Belag in Erinnerung. Im nachhinein gesehen mußten wir wohl froh sein, daß es nicht noch schlimmer war. Viele Leute fragten uns später beim Schildern unserer Route, ob denn der Sölkpaß überhaupt asphaltiert sei. Durch Murau konnten wir natürlich nicht durchfahren, ohne das Murauer Bier gekostet zu haben. So kehrten wir im Braugasthof ein und genehmigten uns ein Bier und ein verspätetes Mittagessen.

Außerdem schickten wir noch ein Paket mit Dingen, die wir nicht oder nicht mehr brauchten nach Hause. Ich wollte dann eigentlich über die Turracher Höhe nach Kärnten fahren, erntete damit aber nur Protest im Kreis meiner Freunde. Also einigten wir uns auf die Route über Flattnitz und sparten fast 400 Höhenmeter. Eine Weile ging es noch das Murtal aufwärts, dann zweigten wir Richtung Flattnitz ab. Die Steigung bis zur steirisch-kärntnerischen Grenze war endlos lang und flach. Dafür war die Abfahrt danach umso hübscher. Zumindest für drei von uns. Karli hatte wieder einmal eine seiner üblichen Reifenpannen, die prinzipiell nur bei Abfahrten und meistens in Kurven auftreten. Einen beträchtlichen Teil der Abfahrt hoben wir uns für den nächsten Tag auf und übernachteten in einem Wald auf ungefähr 1000 Metern Seehöhe. Wir bemühten uns immer, die Nachtlager auf etwa dieser Höhe anzusiedeln, da es tiefer unten einfach zu heiß war.

Distanz: 94 km