Flattnitz – Watschig

Der nächste Tag begann also angenehmerweise mit einer Abfahrt. In Feldkirchen hatten wir leichte Probleme, die richtige Abzweigung zur alten Bundesstraße am Südufer des Ossiacher Sees zu finden. Ein Einheimischer empfahl uns, an einer bestimmten Kreuzung rechts abzubiegen. Wir fuhren links und gelangten auf die richtige Straße. Beim Ossiacher See legten wir dann eine längere Mittagspause mit essen, schwimmen, Wäsche waschen, lesen und schlafen ein.

Nachmittags, als die ärgste Hitze vorbei war, fuhren wir weiter bis Villach. Dort versorgten wir uns mit Ersatzteilen (Schlauch, Clipsriemen, Bremsschuhe). Zwischen Arnoldstein und Thörl-Maglern trafen wir völlig unerwartet Uli und Wolfgang, die gerade mit dem Tandem aus Italien kamen. Wir plauderten ausführlich, tauschten Erfahrungen und Pläne aus und verabschiedeten uns wieder für die nächsten zweieinhalb Wochen. Ich habe es mittlerweile aufgegeben, mich über Zusammentreffen mit Bekannten einige hundert Kilometer von daheim entfernt zu wundern, da es mir immer wieder passiert.

Ab Feistritz nahmen wir eine weniger befahrene Straße und dann den karnischen Radwanderweg, der ein besserer Feldweg ist. Abends füllten wir unsere Flaschen bei einem Brunnen, aus dem das Wasser mehr oder weniger tropfenweise herauskam. Als dann alle Flaschen voll waren, war es bereits dunkel. Nachdem wir nicht gut auf dem Dorfplatz übernachten konnten, beschlossen wir, noch ein Stück weiter zu fahren.

Später begann es zu regnen, und wir blieben zufällig neben einer Brücke stehen, um uns die Regenjacken anzuziehen. Spontan entschieden wir uns dafür, gleich unter der Brücke zu schlafen. Nach dem Beseitigen der Steine war das auch einigermaßen angenehm. Wir waren auch schon daran gewöhnt, im Finstern abendzuessen. In der Nacht regnete es ziemlich viel, wir blieben aber weitgehend trocken.

Distanz: 111 km


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