Gaviapass

Da der Gaviapass eines der Hauptziele dieser Tour ist und es mir auf einen Tag nicht ankommt, versuche ich noch einmal, die Passhöhe zu erreichen, ohne im starken Regen fahren zu müssen. Das Wetter sieht zwar nicht viel anders aus als am Vortag, aber es kann ja nicht viel mehr passieren, als dass ich wieder umdrehen muss. Ich bin schneller als gestern und versuche, die Pausen auf ein Minimum zu reduzieren.

Ein flotterer Rennradfahrer überholt mich. Zwei weitere schließen auf, als ich eine Pause zum Fotografieren mache. Beide haben aerodynamische Carbonrahmen und Systemlaufräder. Danach fahren sie aber so erbärmlich langsam, dass ich beschließe, sie wieder abzuhängen. Bei dem einen ist das bald erledigt, mit dem anderen liefere ich mir eine Zeit lang ein „Duell“, bis er schließlich auf seinen Kollegen wartet. Sie sind anscheinend ziemlich am Limit mit ihren Übersetzungen.

Da lobe ich mir mein drittes Kettenblatt. Wir sind gerade im steilsten Stück, das ist vermutlich jenes, das in der Karte mit 16% angegeben ist. Neben der Straße gibt es keine Steigungsangaben. Das letzte Stück oben beim Lago Bianco ist dann deutlich flacher. Ich komme ohne Regen bis zur Passhöhe auf über 2600 m. Die genaue Höhe ist strittig. Oben stehen mehrere Schilder, die von 2621 bis 2652 differieren.

Meine Zeit für die Bergfahrt von Valdisotto bis auf den Gaviapass beträgt dreieinhalb Stunden. Oben sind einige Rad- und mehrere Motorradfahrer. Dafür, dass eigentlich Wochenende ist, ist aber eher wenig los. Es ist halt doch schon Nebensaison und das Wetter ist auch nicht so besonders gut. Nach einer kurzen Pause mit Cappuccino und Tiramisu fahre ich wieder hinunter. Kurz nach meiner Rückkehr zum Campingplatz in Valdisotto beginnt es wieder zu regnen.

Strecke: Valdisotto (1141) – Bormio (1225) – Santa Caterina Valfurva (1736) – Passo di Gavia (2621) – gleiche Strecke retour

Distanz: 65 km

Höhenmeter: 1600

3 Gedanken zu „Gaviapass

  1. Hallo, Ich bin zwar meines Wissens noch nie eine 16%ige Steigungen mit was anderem als mit dem Auto gefahren, aber trotzdem fällt mir auf, dass ein paar wichtige Details fehlen, und ich frage mich: Hatten die Radrennfahrer keine Namen am Rücken ihrer Trickots oder unter dem Saum ihrer Hosen? Keine Sponsoren, die auf ihre Herkunft schließen ließen? Waren es unsere oder italienische? Warum sind die zwei nicht mehr am Gipfel aufgetaucht? Was ist mit dem Cappuccino und dem Tiramisu auf der Abfahrt passiert?

  2. Hallo Georg, ich schrieb von Rennradfahrern, nicht von Radrennfahrern. Letztere fahren Rennen, während erstere nur Rennräder benutzen. Es waren Italiener, sie kamen kurz nach mir auf der Passhöhe an und ich machte ein Foto von ihnen (mit ihrem Fotoapparat). Cappuccino und Tiramisu wurden anstandslos verdaut.

  3. Ich verstehe. Es war natürlich voreilig von mir anzunehmen, Rennräder würden für Radrennen verwendet. Wenngleich mir scheint, soetwas ähnliches hat sich dann doch ergeben, auch wenn das niemand so richtig zugegeben haben mag. Mein Glückwunsch zum Tiramisu.

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