Glurns – Landeck und St. Pölten – Baden

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Innenstadt von Glurns begebe ich mich auf die Steigung zum Reschenpass. In Mals gerate ich irrtümlich auf die ausgeschilderte Radroutenführung und sammle unnötige Höhenmeter. In Burgeis fahre ich daher auf die Bundesstraße, die relativ gleichmäßig ansteigt. Die Radroute sei jenen Radfahrern empfohlen, die um jeden Preis das Fahren im Verkehr vermeiden wollen und dafür gerne eine teilweise nicht asphaltierte Berg- und Talbahn in Kauf nehmen. Zumindest heute zähle ich mich nicht zu jener Gruppe.

Bei Graun sieht man den alten romanischen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert im Reschensee stehen. Er ist ein Mahnmal für die rücksichtslose Enteignung bei der Aufstauung des Sees in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Mehr Informationen dazu stehen in einem Artikel des Vinschgers.

Über den Reschenpass geht es wieder nach Österreich. Die Abfahrt bis Pfunds ermöglicht zwar keine sehr hohen Geschwindigkeiten, aber ich bewege mich meist zwischen 40 und 60 km/h. Ab Pfunds ist die B180 völlig unverständlicherweise als Autostraße beschildert. Radfahrer werden auf eine Nebenstraße die Talflanke hinauf geschickt. Ich möchte eigentlich nur so schnell wie möglich nach Landeck und empfinde die Beschilderung als reine Pflanzerei. Ein objektiver Grund ist für mich nicht erkennbar. Bei der ersten legalen Möglichkeit fahre ich wieder auf die B180.

In Landeck habe ich etwa eineinhalb Stunden Zeit bis zur Abfahrt des nächsten durchgehenden Zuges nach Wien. Aufgrund der Arlbergsperre beginnt der Zuglauf hier in Landeck und ich habe viel Zeit für das Einladen von Rad und Gepäck. Den Großteil der Bahnfahrt verbringe ich mit Zeitung lesen bzw. im Speisewagen. Gegen Mitternacht steige ich in St. Pölten aus. Ob ich die 25 km von Wien oder die 65 km von St. Pölten bis Baden mit dem Rad fahre, ist kein so großer Unterschied und von St. Pölten ist die Strecke schöner und die Bahnfahrt kürzer.

Die Strecke von St. Pölten bis Baden kenne ich ganz gut und bin sie auch schon mehrfach nachts gefahren. Bis Böheimkirchen habe ich zunächst Rückenwind. Aus mir unbekannten Gründen ändert sich bei Böheimkirchen meist die Windrichtung. So auch diesmal. Also ab Böheimkirchen wieder einmal Gegenwind. Die Strecke führt mäßig auf und ab durch den Wienerwald. Nach Stössing kommt eine längere Steigung bis zum „Gasthaus zur frischen Luft“. Es folgt die Abfahrt bis Laaben und dann die 3 km lange Steigung mit ca. 200 Höhenmetern bis zum Forsthof. Danach geht es bis Baden zunächst stark und danach leicht bergab. Gegen 3:30 Uhr komme ich zu Hause an und beschließe diese alles in allem recht erfreuliche Radreise.

Strecke: Glurns (907) – Mals im Vinschgau (1051) – Schleis (1064) – Burgeis (1216) – St. Valentin auf der Haide (1470) – Graun im Vinschgau (1520) – Reschen (1525) – Reschenpass (1504) – Nauders (1365) – Pfunds (970) – Ried im Oberinntal – Prutz – Fließ – Landeck, sowie nach Bahnfahrt: St. Pölten (275) – Böheimkirchen – Kasten – Laaben (~350) – Forsthof (550) – Klausen-Leopoldsdorf – Alland – Mayerling – Sattelbach – Baden (230)

Distanz: 147 km

Höhenmeter: 900