Bormio – Gaviapass – Tonalepass – Dimaro

Lago Bianco nahe der Passhöhe des Gaviapasses

Kurz nach 9:00 Uhr verlasse ich den Campingplatz in Cepina. In Bormio kaufe ich einige Kleinigkeiten ein und frühstücke. Beim Aufbruch in Bormio ist es ca. 10:00 Uhr. Die Strecke auf den Gaviapass kenne ich schon von der Befahrung im Jahr 2005. In San Nicolo fahren vier Mountainbiker mit Rucksäcken von einem Radgeschäft kommend unmittelbar vor mir auf die Straße. Da sie langsamer fahren, als ich zu dem Zeitpunkt unterwegs bin, überhole ich. Bald wird klar, dass wir für die nächsten paar Stunden das gleiche Ziel haben. Wir treffen einander heute noch mehrfach. Bald stelle ich fest, dass es bei mir heute wesentlich besser rollt, als in den letzten Tagen. Der Ruhetag hat mir sicher gut getan. Waren es bei den schweizer Pässen ca. 200 Meter pro Stunde, so kann ich im Anstieg zum Gaviapass problemlos 300 m/h machen, ohne mich dabei zu verausgaben. Es liegt wohl auch daran, dass die hier größere Steigung für mich angenhemer zu fahren ist. Das Wetter ist nach wie vor gut, nur auf der Passhöhe bzw. auf der anderen Seite scheint es zu regnen. Bis wir dort sind, ist allerdings nichts mehr davon zu sehen. Ich hatte gerechnet, nicht vor 17:00 Uhr auf dem Gaviapass zu stehen, in der Realität war es kurz nach 14:00 Uhr. Oben kehrte ich ein. Die „Polenta e formaggio und noch was“ entpuppte sich als ein Kasnocken ähnliches Gericht und war sehr ausgiebig. Die Abfahrt nach Ponte di Legno war nicht besonders schön. Die meiste Zeit war die Straße entweder in sehr schlechtem Zustand oder nur 2,5 m breit.

Aufgrund der eingesparten Zeit und meines guten körperlichen Zustands entscheide ich mich dafür, den Passo del Tonale auch noch heute zu fahren. Das bedeutet noch weitere ca. 500 Höhenmeter. Zwei der vier Mountainbiker begleiten mich. Gemeinsam erreichen wir die Passhöhe. Die dortige Ortschaft hat den gleichen seltsamen Charme wie alle Winterskiorte im Sommer, egal ob Obertauern oder Val d’Isere. Wir verabschieden uns voneinander und ich beschließe, zu dem auf meiner Karte verzeichneten Campingplatz in Dimaro zu fahren, der auch leicht zu finden ist. Die Abfahrt vom Tonale zählt zu den interessantesten, die ich bisher gefahren bin. Zwar ist das Gefälle nicht groß genug, um richtig schnell zu fahren, aber die Strecke ist breit ausgebaut und in den meisten Kurven muss man nicht einmal bremsen. Meist bleibt die Geschwindigkeit unter 60, nur auf einer längeren Geraden erreiche ich 66 km/h. Der 4*-Campingplatz ist sehr nobel und auch nur 2 Euro teurer, als das was ich in den letzten Nächten bezahlt habe.

Strecke: Cima Piazzi (1118) – Cepina (Valdisotto) – Capitania (Valdisotto) – Bormio (1225) – San Nicolo – San Antonio – Santa Caterina Valfurva (1738) – Gaviapass (2621) – Ponte di Legno (~1350) – Passo del Tonale (1883) – Ossana (1003) – Dimaro (766)
Distanz: 85 km
Höhenmeter: 2000

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